Volleyball-Pokalfinale: Duell der Branchenführer

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Noch eine Rechnung offen: In der Bundesliga hatte Berlin gegen Friedrichshafen (Nr. 4: Andreas Takvam) das Nachsehen.  Foto: 

Als der ehemalige Bundestrainer Vital Heynen im September das Erbe von „Mister VfB Friedrichshafen“ Stelian Moculescu nach 19 Jahren antrat, war bei den Bundesliga-Volleyballern vom Bodensee klar, dass eine neue Ära eingeleitet wird. Jetzt, knapp fünf Monate später, kann der neue Coach im Kampf um die Vorherrschaft im deutschen Vereinsvolleyball bereits die ersten Früchte ernten.  Denn mit dem Aufschlag am Sonntag um 16.45 Uhr in der Mannheimer SAP-Arena zum Pokalfinale gegen den Branchenführer der vergangenen fünf Jahre, Berlin Volleys, geht es um den ersten wichtigen Titel der Saison. „Wir liegen ein halbes Jahr vor dem Plan. Der Pokalsieg ist daher der nächste Schritt, den wir machen wollen“, sagte Heynen zuletzt.

Entsprechend nervös sind die verantwortlichen Akteure im Vorfeld – und entsprechend laut ist das Säbelrasseln. „Wenn in diesem Spiel einer zur Hochform auflaufen wird, dann ist das Vital Heynen“, sagte der Manager von Titelverteidiger Berlin Volleys, Kaweh Niroomand schon am Montag, und ätzte hinterher: „Ich gehe davon aus: Der macht wieder seine Mätzchen.“

Der Stachel vom überraschend deutlichen 3:0-Hinrundenerfolg der Häfler in Berlin sitzt offenbar immer noch tief. Bei der Partie kurz vor Weihnachten soll Heynen mehrfach versucht haben, den Kontrahenten durch ungerechtfertigtes Reklamieren aus dem Rhythmus zu bringen. „Im Fußball wäre ein solches Spiel unentschieden ausgegangen“, meinte Niroomand, dessen Team sich in der Bundesliga-Tabelle aktuell mit Platz zwei hinter Friedrichshafen begnügen muss.

Aber auch der VfB hat im Pokalfinale noch etwas gutzumachen, schließlich hatte er die Premiere in Mannheim vergangenes Jahr vor 12 000 Zuschauern verpasst. „Friedrichshafen hat es gewurmt, dass man vor einem Jahr nicht dabei war“, gibt Heynen zu. Denn das neue Konzept, das Frauen- und Männerfinale in einem gemeinsamen Event zentral in Deutschland zu organisieren, kam gut an. Und es ist – im Gegensatz zu Höhepunkten anderer Sportarten wie Handball-WM oder Wimbledon – sogar live im Free-TV zu sehen (siehe Infokasten).

Fans tun sich zusammen

Besonders die Damenteams profitieren von der erhöhten Aufmerksamkeit auf das Volleyball-Event in Deutschland. Für den MTV Stuttgart, der den Pokal ab 14 Uhr gegen den SSC Palmberg Schwerin gewinnen will, wird die Partie fast zu einem Heimspiel. Denn die Fans von Frauen und Männern aus dem Süden machen gemeinsame Sache: Mehr als 350 Anhänger aus Friedrichshafen, die sich mit vier gesponserten Reisebussen auf den Weg nach Mannheim machen, bilden zusammen mit 1106 Fans des Allianz MTV Stuttgart eine Süd-Allianz und damit eine blaue Wand in der SAP-Arena. „Zwei Teams aus Baden-Württemberg – da war schnell klar, dass man sich beim ersten nationalen Ereignis gegenseitig unterstützt“, sagte Rudi Krafcsik, Fanbeauftragter des VfB Friedrichshafen.

Die Fans werden also zu Hochform auflaufen, und wenn es die sportlichen Akteure aus Stuttgart und Friedrichshafen auch machen, kann der Pokal-Gipfel zu einem historischen Tag für den baden-württembergischen Volleyballsport werden. Wie 2015, als ebenfalls beide Mannschaften im Pokalfinale standen und die Fans am Ende doppelt feiern durften.

Nachdem das DVV-Pokalfinale 2016 mit fünf Stunden Live-Übertragung durch Sport 1 einen neuen Rekord verzeichnete, überträgt der Spartenkanal auch in diesem Jahr wieder von 14 bis 19 Uhr live.

Zusätzlich gibt es im Internet einen Livestream vom Südwestrundfunk unter www.swr.de/sport. Darüber hinaus plant der Sender Beiträge in der SWR Landesschau Aktuell, Sport im Dritten und ist für die Sportschau der ARD vor Ort.

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