Deutsche Turnerinnen mit starkem Aufgebot beim Weltcup in Stuttgart

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Ulla Koch bringt es auf den Punkt: „Nichts hält uns davon ab, erfolgreich zu sein“, sagt die Bundestrainerin der deutschen Kunstturnerinnen. Dabei meint sie eigentlich die neuen internationalen Wertungsvorschriften, die sich kaum auf die Zusammensetzung der Übungen ihrer Athletinnen auswirken.

Doch die Aussage lässt sich auch allgemein auf ihren Arbeitsbereich übertragen. Denn von den Leistungsträgerinnen des vergangenen Jahres, in dem die Riege des Deutschen Turner-Bundes (DTB) bei den Spielen in Rio erstmals seit der Wiedervereinigung den Sprung in ein olympisches Mehrkampffinale schaffte und dort den sechsten Platz belegte, halten alle ihrem Sport die Treue. Zudem macht von hinten talentierter Nachwuchs Druck.

Seitz kämpft ums EM-Ticket

Das lässt auch für den DTB-Pokal am kommenden Wochenende in Stuttgart einiges erwarten. So schickt Koch auf dieser zweiten Station der dreiteiligen Weltcup-Serie am Samstag um 12.30 Uhr in der Porsche-Arena die Ludwigsburgerin Tabea Alt und die WM-Bronzemedaillengewinnerin am Schwebebalken, Pauline Schäfer, ins Rennen. Eine davon, so hofft die Bundestrainerin, könnte in dem starken internationalen Feld der Mehrkämpferinnen, das die Europameisterin Angelina Melnikowa aus Russland anführt, den Sprung aufs Podest schaffen.

So wie zuletzt Schäfers Chemnitzer Trainingskollegin Sophie Scheder, die sogar den Sieg abräumte. Die Olympiadritte am Stufenbarren ist diesmal nicht am Start; die Sportsoldatin wartet noch auf eine Zusage der Bundeswehr für eine notwendig gewordene Knieoperation in den USA. Damit steht sie auch für die Einzeleuropameisterschaften im April in Cluj-Napoca nicht zur Verfügung, für die der DTB-Pokal als zweite und letzte Qualifikationsmöglichkeit gilt.

Drei von vier Tickets sind vergeben:  Neben Alt und Schäfer hat sich die Stuttgarterin Kim Bui mit einem vierten Rang beim Weltcup-Auftakt in Newark für die Reise nach Rumänien empfohlen. Der letzte Platz in der deutschen Delegation wird in der Qualifikation der Team Challenge am Freitag ausgeturnt. Auf diesen macht sich Lokalmatadorin Elisabeth Seitz Hoffnung, die nach einem längeren Bundeswehrlehrgang und einem Praktikum beim SWR zuletzt noch einigen Trainingsrückstand aufzuholen hatte. Das Finale der Team Challenge steigt dann am Sonntag um 17 Uhr.

Schwieriger als die Lage bei den Frauen gestaltet sich die bei den Männern. Hier fehlt Bundestrainer Andreas Hirsch nicht nur Reck-Olympiasieger Fabian Hambüchen, der seine internationale Karriere beendet hat. Auch der Chemnitzer Andreas Bretschneider nach einer Schulteroperation sowie der Hannoveraner Andreas Toba (siehe Infokasten) nach seinem Kreuzbandriss in Brasilien fallen noch länger aus.

Ohne Brettschneider

Hirsch hofft dennoch, dass sich in der Porsche-Arena zumindest Team Deutschland I mit dem zweifachen olympischen Silbermedaillengewinner von London, Marcel Nguyen (Unterhaching), in das Final-Quartett der Team Challenge (Finale Samstag, 16 Uhr) hineinschieben kann. Die Konkurrenz ist groß, sind doch neben Goldmedaillengewinner Japan weitere Top-Nationen von Rio mit dabei.

Im Weltcup am Sonntag (12.30 Uhr), wo Barren-Olympiasieger Oleg Wernjajew aus der Ukraine als Favorit gilt, darf der Unterhachinger Lukas Dauser zeigen, dass er auf der ersten Station in den USA als Letzter unter seinen Möglichkeiten geblieben war. Ihm, der auch beim Finale der dreiteiligen Serie in London dabei sein wird,  steht der mit einer Wildcard ausgestattete Sebastian Krimmer zur Seite.

Eine Entscheidung über die Vergabe der EM-Tickets fällt bei den deutschen Männern noch nicht. Die ist nach einem Test-Wettkampf Anfang April in Kienbaum geplant. Doch dem Bundestrainer ist es wichtig, dass sich seine Gerätekünstler dem Heim-Publikum gut präsentieren. Schließlich findet 2019 in Stuttgart die Weltmeisterschaft und Olympiaqualifikation für Tokio statt. „Da hätte das sicher positive Auswirkungen.“

Knapp fünf Wochen nach seiner Meniskus-Operation ist Olympia-Turner Andreas Toba wieder ins Training zurückgekehrt. „So Freunde, nach der erneuten OP habe ich es endlich wieder mal in die Halle geschafft!“, teilte der Hannoveraner auf Facebook mit. Allerdings wurde sein Knie gestern beim Training wieder dick und schmerzte. Toba hatte in Rio viel Anerkennung geerntet, als er nach seiner Verletzung am Boden unter Schmerzen am Pauschenpferd weiter turnte und somit der deutschen Riege zum Einzug in das Team-Finale verhalf. Für seinen Kampfgeist wurde Toba unter anderem mit dem „Bambi“ geehrt. dpa

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