Wada-Entwurf für Richtlinien des indirekten Doping-Nachweises
Seit 1. Januar 2009 ist der indirekte Dopingnachweis im weltweit gültigen Anti-Doping-Code festgeschrieben. Was fehlt, sind Richtlinien dafür, wie der Nachweis geführt werden muss. Die Welt-Anti-Doping-Agentur (Wada) hat im September einen Entwurf vorgelegt, der noch nicht gilt. Die wichtigsten Punkte:
· Standards für die Probenabnahme, den Transport, die Labor-Analyse und die Datenauswertung.
· Folgende neun Blutparameter sollen erfasst werden: Hämatokrit (Anteil der festen Bestandteile am Blut-Volumen), Hämoglobin (roter Blutfarbstoff), Retikulozyten (Vorläufer roter Blutkörperchen), Zahl der Erythrozyten (rote Blutkörperchen), deren Volumen und ihr Hämoglobingehalt, Mittlere korpuskuläre Hämoglobinkonzentration, Leukozyten (weiße Blutkörperchen), Thrombozythen (Blutplättchen).
Die Daten dürfen nur Wada-Laboratorien erheben und bewerten
· Messungen erfolgen nur mit einem bestimmten Gerät
· Einhalten strikter Qualitätsvorgaben, die deutlich enger gefasst sind als bei normalen Laboratorien
Derzeit favorisiert die Wada eine Blutprofil-Modell, das der Schweizer Biostatistiker Dr. Pierre Sottas ausgearbeitet hat. Es handelt sich dabei - wie bei allen diesen Modellen - um eine statistische Berechnung individueller Werte, die alle erwähnten Blutparameter einbezieht, gewichtet und weitere Daten wie einen Aufenthalt in der Höhe, die Tageszeit der Blutentnahme und ähnliches miteinbezieht. Anhand dieser Statistik werden individuelle Grenzwerte berechnet, so dass statistisch gesicherte Abweichungen bei späteren Blutkontrollen als Dopingverstoß bewertet werden können. uwe
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27.11.2009
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