RANDNOTIZ: Erfolg aus der Westentasche
Die Hitze in Barcelona, gestern angereichert durch Schwüle (plus Gewitter), sollte eigentlich kein Thema mehr sein. Denn sie ist jeden Tag eins und langsam langweilig. Schon das Aufstehen treibt Schweißtröpfchen auf die Stirn, Duschen ist wie ein Monsun-Guss. Hinterher dampft alles weiter. Dann der Hinweis aus der Heimatredaktion, wo sie sich nach Wärme sehnen: Die Kühlwesten, derer sich die deutschen Athleten bei der EM bedienen können, stammen von einem Hersteller aus dem Land der Tüftler - genauer: aus Ulm.
Besagte Firma jedenfalls freut sich über die "Ulmer Schlüsselrolle bei den Europameisterschaften". Der Schlüssel zum Erfolg aus der Westentasche? Wissenschaftliche Untersuchungen hätten gezeigt, dass Sportler bei 30 Grad Außentemperatur mit dem Produkt "E.Cooline" durchschnittlich fünf Prozent - und in der Spitze sogar bis zu zehn Prozent - mehr Leistung erzielten.
Die neuartigen Westen müsse man ins Wasser legen, danach kühlten sie zwölf Stunden lang, berichtet DLV-Sportdirektor Thomas Kur-schilgen. Laut Hersteller sogar 20 Stunden. Das Vlies imitiere den natürlichen Verdunstungseffekt des Körpers, indem es gespeichertes Wasser je nach Körper- beziehungsweise Umgebungstemperatur langsam wieder abgebe. Ist so eine ganz persönliche Klimaanlage nicht die perfekte Erfindung beispielsweise für André Höhne im 50-km-Gehen heute von 7.35 Uhr an. Es gibt nur ein kleines Problem. "Die Westen darf man leider nur im Training nutzen, nicht im Wettkampf", sagt Hammerwerferin Betty Heidler. Wenn die Vize-Weltmeisterin heute um Gold kämpft, hält sie wie in der Qualifikation Sprühflasche, Eisbeutel und nasses Handtuch bereit. Damit dürfte das Thema Hitze endgültig abgehandelt sein. Es sei denn, jemand (er-)findet noch einen neuen Dreh.
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30.07.2010
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