INTERVIEW: Sport braucht den Schutz des Gesetzes
Bayerns Justizministerin Beate Merk will Dopern und denjenigen, die Wettkämpfe manipulieren, an den Kragen. Sie hat einen Gesetz-Entwurf erarbeitet.
Frau Merk, Sie sind eine Verfechterin des Anti-Doping-Gesetzes, haben aber wenig Gehör gefunden. Warum der neue Versuch?
BEATE MERK: Die Sportverbände und der Gesetzgeber haben das Doping-Problem bisher nicht in den Griff bekommen. Auch die Arbeit unserer Schwerpunktstaatsanwaltschaft zeigt, dass die schwerwiegenden Straftaten, beispielsweise Doping-Fälle bei großen Wettkämpfen, nicht bei uns landen.
Warum nicht?
BEATE MERK: Weil der Besitz von Doping-Mitteln in kleinen Mengen nicht strafbar ist und wir deshalb allein aufgrund der Tatsache, dass jemand dopt nicht gegen ihn ermitteln können. Das muss sich ändern.
Zum Doping kommt jetzt die Korruption in Ihren Entwurf. Warum?
BEATE MERK: Wir müssen die gesellschaftliche Bedeutung des Sports ernster nehmen und deshalb Schaden von ihm fern halten. Der Entwurf ist nicht gegen redliche Sportler gerichtet. Im Gegenteil: Sie brauchen den besonderen Schutz des Gesetzes vor Betrügern.
Gibt es denn nicht schon ausreichende rechtliche Möglichkeiten, um Wettbetrüger zu bestrafen?
BEATE MERK: Nein, bisher ist im Strafgesetzbuch keine spezielle Regelung vorgesehen. Robert Hoyzer konnte 2005 nur mit Mühe verurteilt werden, denn wenn wir Betrug nachweisen wollen, müssen sehr viele Tatbestandsmerkmale erfüllt sein. Das muss einfacher werden. Deshalb wollen wir bestechliche Teilnehmer, Trainer und Schiedsrichter unter Strafe stellen, genauso wie diejenigen, die jemanden bestechen. Der Strafrahmen soll bis zu fünf Jahren Freiheitsstrafe reichen.
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Autor: UTE GALLBRONNER | 27.11.2009
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Beate Merk schöpft neue Hoffnung.
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