Auf dem Weg zur Langlauf-Königin

Vancouver.  Drei Medaillen in drei Rennen, davon zweimal Gold: Die Norwegerin Marit Björgen beherrscht bisher die Skilangläufe bei den Winterspielen.

Die Tage um den Jahreswechsel waren hart für Marit Björgen. Nur im Fernsehen hat die norwegische Skilangläuferin die Tour de Ski verfolgt. Dabei war sie weder verletzt noch krank. Ganz allein auf Olympia fokussiert, hatte sich die 29-Jährige dazu durchgerungen, die anstrengende Mammut-Tour und darüber hinaus noch weitere Weltcups auszulassen und stattdessen systematisch zu trainieren. Das klare Ziel: Bei einem Großereignis endlich wieder einmal in Bestform zu sein. "Das war schwer, das im TV zu sehen. Aber jetzt bin ich froh", sagt Marit Björgen.

Die Strategie ist aufgegangen. Drei Rennen hat sie im Whistler Olympic Park bestritten, drei Medaillen zieren ihre Sammlung: Nach Gold im Klassik-Sprint ist jetzt noch der Olympiasieg in der Verfolgung über 15 km hinzugekommen. Zum Auftakt hatte sie Bronze über 10 km im freien Stil erobert. "Das sind großartige Olympische Spiele für mich", freute sich die Frau aus Rognes: "Ich wollte Gold im Sprint holen. Und dann habe ich gedacht: In der Verfolgung kann ich relaxen und Spaß haben, und den habe ich tatsächlich gehabt."

Für die Sportlerin, die sich gern in den Bergen aufhält, gibt es noch drei weitere Chancen auf Medaillen, die erste heute im Teamsprint in der freien Technik. Ohne Zweifel ist sie auf dem Weg zur Langlauf-Königin der Spiele. Möglicherweise kann sie eine Strahlebilanz wie bei der WM 2005 in Oberstdorf erreichen: Im Allgäu hatte sie dreimal Gold und einmal Silber gewonnen. Danach aber hatten sich die Erfolge rarer gemacht.

Die Konkurrenz findet ihren neuen Höhenflug - mit weniger Körpergewicht - verdient. "Ich freue mich für sie. Sie hat so oft gesagt, dass sie gut ist. Jetzt hat es endlich geklappt", sagte Evi Sachenbacher-Stehle. Auch Jochen Behle hat sich unter den Gratulanten eingereiht. "In der Vergangenheit hat sie bei Großereignissen oft nicht das umsetzen können, was sie sich vorgenommen hatte. Jetzt hat sie den Lohn bekommen", meinte der Bundestrainer. "Ich denke nicht, dass das hier ihre letzte Medaille war."

Um ihre wohl letzte Chance bei Olympia zu nützen, hatte Marit Björgen in dieser Saison nicht nur die Zahl der Wettkämpfe reduziert, sondern auch ihr Training verändert. "Dieses Jahr haben wir an der Technik und am Skating gearbeitet. Ich habe langsamer, aber mehr trainiert", verdeutlicht sie. Ein Wechsel zurück in die Erfolgsspur.

Damit hat sie nun auch ihren Freund überholt: Fred Börre Lundberg hatte als nordischer Kombinierer einmal bei Olympia triumphiert.


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Autor: KLAUS VESTEWIG | 22.02.2010

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