Auf Hubers Spuren
New York. Angelique Kerbers famoser Siegeszug geht weiter. Sie schaffte den Sprung ins Viertelfinale der US-Open. Tommy Haas und Florian Mayer hingegen verpassten den Einzug in das Achtelfinale.
Außenseiterin Angelique Kerber hat in der Schwüle von New York eine elf Jahre lange Durststrecke der deutschen Tennis-Damen bei den US Open beendet. Als Erste seit Anke Huber 1999 und 2000 zog die Kielerin ins Viertelfinale ein. Mit dem 6:4, 6:3 gegen die Rumänin Monica Niculescu baute Kerber zudem ihr bestes Abschneiden bei einem Grand-Slam-Turnier aus. Mit Sabine Lisicki (gestern Abend in der Night Session gegen die an Position zwei gesetzte Russin Wera Swonarewa) und Andrea Petkovic (heute gegen die Spanierin Carla Suarez Navarro) haben die Chance, Kerber ins Viertelfinale zu folgen.
"Es ist einfach ein gutes Gefühl. Ich bin glücklich, und das Turnier ist ja noch nicht zu Ende", freute sich die Weltranglisten-92. Sie nutzte die Gunst der Stunde gegen die an Nummer 68 notierte Niculescu. Vom unorthodoxen, oft weichen Spiel der 23-Jährigen, die auch auf der Vorhand viele unterschnittene Bälle einstreute, ließ sich Kerber nicht aus dem Konzept bringen. Die Linkshänderin agierte geduldig und steckte auch den einen oder anderen Fehler nervenstark weg. Nach 1:33 Stunden durfte die 23-Jährige über den größten Erfolg ihrer Karriere und bereits 225 000 Dollar Preisgeld jubeln.
Andrea Petkovic war am Samstag mit dem souveränen 6:4, 6:0 über die Italienerin Roberta Vinci weitergekommen - und will nun noch mehr. Gegen die Weltranglisten-76. Carla Suarez Navarro aus Spanien stehen ihre Chancen heute gut. Voraussetzung dafür ist, dass ihr lädiertes Knie hält. "Ich bilde mir ein, dass es besser ist", sagte Petkovic, die beim 67-minütigen Match gegen die Weltranglisten-20. Vinci nur noch einmal einen plötzlichen Schmerz verspürte.
Im Doppel ist für Petkovic bereits Schluss, dort schied sie mit Julia Görges nach einem fast zweieinhalbstündigen Spiel aus. Nach dem Turnier will sich die 23-Jährige eine Auszeit nehmen.
Auch Tommy Haas pausiert nun und will in diesem Jahr nur noch drei oder vier Turniere in Europa spielen, ehe er am Jahresende über die Gretchen-Frage Rücktritt oder Weitermachen entscheidet. "Es geht letztlich nur darum, ob mein Körper hält", sagte der 33-Jährige nach dem kräftezehrenden Drei-Stunden-Duell gegen den Argentinier Juan Monaco. Die Zuschauer verabschiedeten Haas nach dem 7:6 (7:3), 3:6, 2:6, 3:6 mit viel Jubel vom Grandstand, wo der Wahl-Amerikaner 1996 sein erstes US-Open-Spiel gegen Michael Stich verloren hatte. "Wenn das meine letzten US Open gewesen sein sollten, ist es ein Buch, das sich schließt", sagte Haas.
Mit Florian Mayer hat sich gestern Abend der letzte der sieben gestarteten deutschen Herren verabschiedet. Er verlor mit 1:6, 2:6, 6:7 (2:7) gegen den an Nummer fünf gesetzten Spanier David Ferrer. Dagegen kam Roger Federer ebenso weiter wie die beiden Weltranglisten-Ersten Novak Djokovic und Caroline Wozniacki. Serena Williams bestätigte mit dem 6:1, 7:6 (7:5) über die Weißrussin Victoria Asarenka, dass mit ihr zu rechnen ist. Nächste Gegnerin ist die einstige French-Open-Siegerin und Ex-Nummer eins Ana Ivanovic. dpa
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Autor: SWP | 05.09.2011
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Die US-Open sind für Angelique Kerber ein himmlisches Vergnügen. Mit dem Einzug ins Viertelfinale hatte sie nie und nimmer gerechnet. Foto: dpa
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