Über Bietigheim-Bissingen nach Sotschi

Der erste Härtetest: Die Eishockey-Nationalmannschaft bestreitet heute gegen die Niederlande ihr erstes von drei Qualifikations-Spielen für Olympia 2014. Ein Sieg ist Pflicht für das neu zusammengestellte Team.

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Neuer Kader, neuer Trainer, neue Halle: Die deutsche Nationalmannschaft startet rundum renoviert in die Qualifikation für Olympia 2014 im russischen Sotschi. Heute, morgen und am Sonntag muss sich das Team auf dem Eis von Bietigheim-Bissingen gegen die Konkurrenten aus den Niederlanden, Italien und Österreich durchsetzen.

Der Weg ans Schwarze Meer führt über Bietigheim, genauer durch die Egetrans-Arena. Gut 18 Millionen Euro haben die örtlichen Stadtwerke investiert und dem Zweitligisten Bietigheim "Steelers" - derzeit Tabellenführer und Pokalfinalist - ein neues Stadion gebaut, weil die alte Ellental-Halle marode war. Die neue Arena fasst gut 4500 Zuschauer und wurde erst kurz vor Weihnachten 2012 eröffnet. Ganz fertig ist sie noch nicht. "Es gab ein paar wetterbedingte Verzögerungen", sagt Thilo Dittmann, Hallenchef der Stadtwerke. "Ein paar Außenanlagen und die VIP-Parkplätze sind noch nicht fertig." Das Innere und das Eis aber sind bereit und haben sich schon bewährt: Die "Steelers" haben seit der Eröffnung alle acht Heimspiele gewonnen.

Aus den Reihen des ambitionierten Zweitligisten, der zuletzt halblaut darüber nachdachte, sich in die geschlossene Eliteliga DEL einzukaufen, falls dort eine Mannschaft aussteigt, ist kein Spieler im deutschen Kader. Das Team kommt gut gemischt aus Routiniers und Talenten daher: Kapitän Michael Wolf (32) ist der Senior (Durchschnittsalter 26). Die Hälfte der 24 Spieler war 2011 bei der WM in Schweden noch nicht dabei, als sich die Mannschaft das Qualifikations-Turnier eingebrockt hat. Dort schied das deutsche Team schon in der Gruppenphase aus. Bundestrainer Jakob Kölliker, erst im Jahr zuvor verpflichtet, musste seinen Hut nehmen.

Seine Nachfolge übernahm der Italo-Kanadier Pat Cortina (48), der nun vor seiner ersten echten Bewährungsprobe steht. Bisher hat die Mannschaft, die als Favorit für die Qualifikation gilt, unter ihm fünf von sechs Spielen gewonnen. Das Turnier in Bietigheim aber, das für Deutschland heute (19.30, live auf Sport1) mit der Partie gegen die Niederlande beginnt, ist der erste echte Härtetest. Immerhin hat Deutschland noch nie aus sportlichen Gründen eine Olympia-Qualifikation verpasst, ja noch nicht einmal ein Qualifikations-Spiel verloren, und war seit 1952 immer bei Olympia.

Cortina hat seinem Team eine schnelle, bewegliche Offensivtaktik verordnet und vor allem eisläuferisch starke Spieler nominiert. Routinier und Knipser John Tripp ließ er zuhause, weil der nicht ins Konzept passe. Ersetzen muss der Trainer unter anderem auch den verletzten DEL-Topscorer Thomas Greilinger.

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