Trotz Olympia-Aus: Unterelchinger Ringer sorgenfrei

Die Nachricht vom geplanten Ausschluss der Ringer bei Olympia ist bei den Vereinen in der Region wie eine Bombe eingeschlagen. Auswirkungen auf die Jugendarbeit befürchtet der KSV Unterelchingen aber nicht.

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Starke Bilder gibt es nicht nur beim olympischen Ringen, sondern auch in Unterelchingen. Das macht Mut. Foto:VolkmarKönneke

Regionalliga-Absteiger KSV Unterelchingen ist die Ringer-Oase der Region. Gut 35 Talente üben jede Woche im Nachwuchsbereich auf den Matten in der KSV-Halle. Und der Zulauf an interessierten Kindern wird wohl auch in Zukunft nicht nachlassen. "Die Eltern bringen die Kinder nicht zum KSV, damit sie einmal Olympiasieger werden sollen. Unterelchingen ist einfach ein ringerverrücktes Dorf", sagt Joshua Uebelhör, 19-jähriger Leistungsträger in der künftigen Oberligamannschaft. In Elchingen läuft viel über die Mundpropaganda. Nicht von ungefähr sind 14 der 19 eingesetzten Athleten der vergangenen Regionalliga-Saison KSV-Eigengewächse. "Es muss unser Ziel sein, die Sportart in der Region zu präsentieren. Ich gehe davon aus, dass wir auch weiterhin keine Probleme mit Kindern, die sich fürs Ringen begeistern, haben werden", fügt KSV-Cheftrainer Dieter Folz hinzu.

Auch wenn durch die Entscheidung des internationalen Olympischen Komitees (IOC) die Sportart aus dem Blickfeld der Öffentlichkeit wohl fast ganz in der Versenkung verschwinden wird. Wolfgang Schrapp, Vorsitzender des ASV Bellenberg: "Dieser Schritt ist für das Ringen eine Katastrophe. Wir werden in eine kleine Randnische der Sportwelt gehen und es wird uns dann in 20 Jahren nicht mehr geben. Das ist für das Ringen wie ein Todesurteil."

Sein Klub hatte in der vergangenen Saison in der Bezirksklasse mit der KG Fachsenfeld/Dewangen eine Kampfgemeinschaft gebildet. Als die KG aber im November keine Athleten mehr bereit stellte, musste die Mannschaft wieder zurückgezogen werden. "Es laufen nun die Gespräche mit dem KSV Unterelchingen über die Bildung einer Kampfgemeinschaft", bestätigt Schrapp. Beim ASV gibt es derzeit nur sechs Sportler, die aber keine Mannschaft bilden können. Es ist nun vorgesehen, dass dieses Sextett mit den Unterelchinger Ringern der zweiten Garnitur als KG Unterelchingen/Bellenberg II am Ligabetrieb mit wechselndem Heimkampfort teilnehmen. Die Vorzeigemannschaft der KG soll in der KSV-Halle ihre Kämpfe austragen. Von den Bellenbergern hat aber kein Athlet große Aussichten, den Sprung in den Oberligakader zu schaffen.

Hinsichtlich des Zuschauerinteresses soll es in Unterelchingen auch keinen Einbruch geben. "Wir haben ein Stammpublikum, das immer kommt", betont Folz. Zwischen 250 und 300 Fans pro Kampf verfolgen unabhängig von der Ligenzugehörigkeit die Mattenduelle.

Zumal KSV-Kämpfer Joshua Uebelhör die Hoffnung auf eine Revidierung der IOC-Entscheidung noch nicht aufgegeben hat. "Es wurde scheinbar auch nicht mit dem Ringer-Weltverband wegen Regeländerungen, um den Sport attraktiver zu machen, gesprochen. Es gibt einflussreiche Nationen wie Russland, die USA, Iran oder viele osteuropäische Länder, wo Ringen ein Nationalsport ist. Dort hat ein Olympiasieger finanziell ausgesorgt. Das letzte Wort ist meiner Meinung nach noch nicht gesprochen", sagt der Freistilspezialist, der seit einem Jahr bis auf Sonntag täglich trainiert und die Qualifikation für Rio de Janeiro 2016 noch im Auge hat.

Als Botschafter für die Nation im Jugendlager des deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) hat er in London 2012 drei Wochen die Spiele vor Ort live miterlebt. Uebelhör: "Wenn ich mich nicht für Rio qualifiziere und weiß, dass Ringen 2020 nicht mehr im olympischen Programm ist, brauche ich nicht mehr solch einen Aufwand betreiben. Eine Olympiateilnahme ist das höchste Ziel für jeden Sportler."

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