Teichmann Verlierer in der Materialschlacht

Petter Northug sank als Sieger über 15 km in den Schnee, Axel Teichmann war als Neunter sauer. Er war Opfer des schlechten deutschen Skimaterials.

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Vor zehn Jahren ist Axel Teichmann an gleicher Stätte als Weltmeister über 15 km gefeiert worden. Der Lobensteiner lobte 2003, man erinnert sich genau, den Traumski, den seine Skitechniker für ihn hingezaubert hatten.

Gestern ist Teichmann in Lago di Tesero über 15 km, diesmal nicht in der klassischen sondern in der freien Technik, für seine Verhältnisse ein sehr gutes Rennen gelaufen. Der 33-Jährige ist dennoch nur Neunter geworden - stattliche 1:25,7 Minuten hinter dem norwegischen Sieger Petter Northug. Hinterher gab der Altmeister zu Protokoll: "Ich bin motiviert ins Rennen gegangen, ich hab mich tierisch drauf gefreut. Der Abfall von der ersten zur zweiten Runde war groß, woran es gelegen hat, weiß ich nicht."

Die Zurückhaltung in Richtung deutsche Skitechniker ehrt Teichmann. Andere wurden deutlicher. "Es war von mir nicht gut, aber das Material war auch nicht optimal. Nach zwei Kilometern hab ich schon gewusst: Das ist heute nichts", sagte Tobias Angerer, der sich auf dem ungewohnten 42. Platz wiederfand. Dabei ist für den Vachendorfer normalerweise Kritik an der Schliff- und Wachs-Fraktion ein Tabu. "Das hat man in jeder Abfahrt gemerkt. Ich habe im Anstieg einen Engländer überholt, in der Abfahrt ist er an mir vorbeigefahren, und im Ziel hat er mich mitleidig angeschaut", berichtete Angerer.

Bei Tim Tscharnke, der als 14. notiert wurde, war es nicht anders. "Das war stumpf, Neuschnee ist meine verhassteste Schneeart und des Deutschen schlimmster Feind", formulierte es der Thüringer pointiert. In der Tat: Bei Neuschnee und Null-Grad-Bereich haben sich die deutschen Ski-Techniker mit der Präparierung auch bei vergangenen Großereignissen wie Olympia und Weltmeisterschaften stets schwergetan. "Da sind die Skandinavier uns überlegen, weil sie mehr Geld reinstecken", verdeutlichte Tscharnke.

Frank Ullrich äußerte sich sehr vorsichtig ("will das Thema nicht überbewerten"/"möchte nicht überreagieren"), aber auch der Bundestrainer sprach von einer "Materialschlacht mit Norwegen und Schweden als Gewinner". Verlierer neben den Deutschen: der Schweizer Dario Cologna als Achter und die Russen, deren Bester, Alexander Legkov, weit weg auf Rang 25 landete.

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