Skicross: "Bohne" richtig sauer

Enttäuschung pur bei Daniel Bohnacker: Ausgerechnet beim Heim-Weltcup lief es für den Skicrosser vom SC Gerhausen gar nicht gut. Der 22. Platz lag weit unter den Ansprüchen des deutschen Top-Fahrers.

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ErstHöhenflug, dannAbsturz: Skicrosser DanielBohnacker muss schauen, dass er bald wieder in die Spur findet.Foto:Imago

Wenn nach einem Weltcuprennen stundenlang nichts von Daniel Bohnacker auf seiner Facebook-Seite zu lesen ist, dann kann es dem Skicrosser nicht gut ergangen sein. Und genauso war es: Ausgerechnet beim Heimrennen in Grasgehren schied der Top-Athlet des SC Gerhausen schon im Achtelfinale aus und landete auf dem enttäuschenden 22. Rang.

Der 22-Jährige war danach richtig sauer - auf sich selbst. "Ich weiß auch nicht, was los war: Ich war heute einfach gar nicht gut drauf und habe zwei Fahrfehler gemacht, die ich sonst nie mache. Da war es natürlich vorbei", sagte Daniel "Bohne" Bohnacker, der am Zielhang in Obermaiselstein von einem ganzen Bus voller Fans aus der Heimat angefeuert wurde. Doch da war es schon zu spät, Bohnacker wurde in der ersten K.o.-Runde unter vier Fahrern nur Dritter und schied somit nach erfolgreich bestrittener Qualifikation aus.

Ob ihm einfach die nötige Konzentration fehlte, nachdem er wegen Rennabsagen am Freitag und Samstag fast 48 Stunden auf seinen ersten Einsatz warten musste? Daniel Bohnacker will die Hängepartie im Vorfeld des eigentlich als Doppel-Weltcup angesetzten Wettbewerbs im Allgäu nicht als Ausrede gelten lassen: "Nein, nein, daran lag es nicht. Ich habe einfach nicht die Leistung gebracht, zu der ich eigentlich fähig bin. Da war auch kein Pech dabei. Nur ist es eben doppelt bitter, wenn einem sowas ausgerechnet vor den heimischen Fans passiert."

Dabei hätte es noch schlimmer kommen können: Schon in der Qualifikation für die 32 Startplätze in der K.o.-Runde waren viele Favoriten ausgeschieden. Bohnacker wurde hier mit der ungünstigen Startnummer 3 immerhin 20. Allerdings hat er als bislang bester deutscher Fahrer in diesem Jahr ganz andere Ansprüche an sich: "Natürlich kann man sagen, ich befinde mich mit 22 Jahren noch in einer Lernphase. Aber wenn man schon zwei, drei Jahre in der Weltklasse mitfährt, sollte man die Phase auch mal überwinden", ärgerte sich Bohnacker über seine unkonstanten Leistungen.

Nach zwei Top-Ten-Platzierungen in den ersten drei Rennen und einem zweiten Platz kurz vor Weihnachten zeigt die Formkurve mit Platz 19 in Le Contamines, Rang elf in Megève und nun einem 22. Platz in Grasgehren nach unten. "Klar mache ich mir Gedanken, woran das liegt, und wir müssen da intensiv auf Fehlersuche gehen. Ich muss da wieder Konstanz reinbringen", sagte Bohnacker gestern Abend selbstkritisch.

Zu lange darf er der vergebenen Chance auf Lorbeeren vor heimischer Kulisse aber nicht nachtrauern: In dieser Woche stehen für den Wirtschaftsinformatik-Studenten wichtige Prüfungen an der Uni an. Und in zwei Wochen geht es schon mit dem nächsten Weltcuprennen im russischen Sotschi weiter. "Wir haben nun etwas mehr als Saison-Halbzeit. Ich muss jetzt einfach wieder etwas zulegen", sagte der 22-Jährige. Wenn auch nicht vor Heimpublikum, dann wenigstens am künftigen Olympiaort. Es wäre ein gutes Omen, wenn der Hoffnungsträger für die Spiele in Sotschi 2014 dort wieder zurück in die Spur findet.

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