Skicross-Chaos in Tschechien

Ohne Weltcuppunkte ist Daniel Bohnacker aus Sotschi und Harrachov zurückgekehrt. In Tschechien konnte der Gerhauser aber gar nichts dafür: Nach katastrophaler Organisation wurde der Skicross abgesagt.

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Daniel Bohnacker kann mit seinen Resultaten zurzeit nicht zufrieden sein. Jetzt kam auch noch eine Rennabsage in Harrachov dazu. Foto: Imago

Im Jahr 2013 ist Skicrosser Daniel Bohnacker vom SC Gerhausen noch nicht so recht auf Touren gekommen: Erst die Hängepartie und der verpatzte Start beim Heimrennen in Grasgehren, dann die verpasste Qualifikation beim Weltcup in der künftigen Olympiastadt Sotschi und nun auch noch die Absage am vergangenen Wochenende in Harrachov. Die Vorzeichen für die am 5. März beginnenden Weltmeisterschaften im Ski Freestyle, zu dem der Skicross gehört, könnten wahrlich besser sein.

Wobei Bohnacker, der vergangene Woche seinen 23. Geburtstag gefeiert hat, für den Reinfall in Tschechien wirklich nichts dafür konnte. Vielmehr blamierte sich das Organisationskomitee in Harrachov bis auf die Knochen: "Als wir in Tschechien angekommen sind, war der Kurs noch nicht mal fertig gebaut", berichtete Bohnacker von seinem Zwischenstopp im Nachbarland auf der Rückreise von Sotschi. "Bei der Besichtigung am nächsten Tag mussten dann alle Athleten feststellen, dass der Kurs nicht auf einem weltcupwürdigen Niveau war." Heißt im Klartext: Die Startgerade war so steil, dass die Skicrosser mit rund 90 Stundenkilometer zu viert nebeneinander in die erste enge Kurve gefahren wären. Viel zu gefährlich, urteilten Trainer und Athleten unisono. Also wurde zunächst das komplette Programm auf Sonntag verlegt, damit der Kurs noch umgebaut werden konnte. Doch damit nicht genug: "Da nicht wirklich viele Helfer vor Ort waren und unter den Helfern auch keinerlei Kompetenz vorhanden war, waren es die Trainer aller Nationen, die den ganzen Tag an der Startgerade gearbeitet haben", erzählte Bohnacker.

Allerdings schneite es in der Nacht zum Sonntag heftig und die Temperaturen gingen nach oben. Das war zuviel für die frisch präparierte Piste. Die Rennabsage erfolgte dann wetterbedingt. "Ich würde mich jedoch wundern, wenn es nächstes Jahr erneut einen Weltcup in Harrachov geben würde", meinte Bohnacker nach seinem unfreiwillig verlängerten Wochenende.

Für "Bohne" war es jedoch fatal, weil er seit seinem Ausscheiden in der Qualifikation von Sotschi keinen echten Härtetest mehr vor der WM in Voss/Norwegen bestreiten konnte. Kommendes Wochenende findet zwar in Mittenwald noch ein Fis-Rennen statt. Dies nutzt das deutsche Team jedoch als Trainingsrennen, um gemeinsam mit ein paar Nationen nochmal unter Wettkampfbedingungen zu testen.

Dementsprechend rechnet sich Bohnacker trotz des großen Verlangens nach Edelmetall lieber gar nichts für die WM aus. "Ich habe mir in Grasgehren viel vorgenommen und mir selbst konkrete Platzierungsziele gesetzt. Dass das überhaupt nicht hingehauen hat, hat man ja gesehen", begründet Bohnacker die Entscheidung, möglichst locker an die Welt-Titelkämpfe der Skicrosser heranzugehen: "Schauen wir einfach, was heraus kommt." Die Erwartungen von außen an den Weltranglistenneunten sind immer noch riesig. Schließlich ist Bohnacker der einzige Deutsche, der in dieser Weltcup-Saison schon einen zweiten Platz eingefahren hat - bei versammelter Weltelite.

Die Freestyle-WM beginnt am kommenden Mittwoch, 5. März. Für Bohnacker geht es erst einen Tag später nach Norwegen, da das Finale der Skicross-Männer den WM-Abschluss am 10. März bildet. Vor Ort wird dann noch zweimal trainiert, ehe es im Renntempo die Piste herunter geht. Genug Zeit für "Bohne", rechtzeitig zurück in die Spur zu finden.

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