Siebenkampf: Abele und Brugger haben EM-Medaille im Blick

Arthur Abele und Mathias Brugger vom SSV 46 starten am Wochenende bei der Hallen-EM der Leichtathleten in Prag im Siebenkampf. Los geht's für die beiden und ihren Heimtrainer schon am heutigen Mittwoch - mit dem Auto.

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Sehr erfolgreiche Zusammenarbeit: Der Ulmer Mehrkämpfer Arthur Abele mit seinem Heimtrainer Christopher Hallmann.  Foto: 

"Es ist sensationell", sagt Wolfgang Beck, der Ulmer Leichtathletik-Abteilungsleiter. "Ein Zeichen dafür, dass unser Projekt funktioniert." Das Projekt des SSV 46 heißt "Der Weg nach Rio". Ziel ist es, bei den Olympischen Spielen 2016 in Brasilien mindestens einen Ulmer Zehnkämpfer am Start zu haben.

Zunächst einmal ist "sensationell", dass gleich zwei Athleten für die Hallen-Europameisterschaft an diesem Wochenende in Prag im Siebenkampf nominiert sind: Arthur Abele, der 28-jährige EM-Fünfte von Zürich 2014, und der sechs Jahre jüngere Mathias Brugger, EM-Teilnehmer 2012 in Helsinki. Unter freiem Himmel haben beide als Zehnkämpfer viel Erfahrung. Nun geht's in die Halle. Abele muss lächeln, wenn er an Zürich denkt: "Platzregen und stürmischer Wind wird mir diesmal beim Stabhochsprung in Prag erspart bleiben. . ."

Kurzfristig hatte Kai Kazmirek (LG Rhein/Wied) seinen EM-Start verletzt absagen müssen, Brugger rückt für ihn nach. Und so wird in Prag ein reines Ulmer Team zu sehen sein. Denn betreut werden Abele und Brugger nun nicht von Bundestrainer Rainer Pottel, sondern von ihrem eigenen Coach Christopher Hallmann.

Die Mission Hallen-EM beginnt für das Trio bereits am heutigen Mittwoch. Dann werden Sporttaschen, Koffer und Stabhochsprung-Stangen ins Auto verladen - und los geht es. "Wir hätten fliegen können, aber das wäre viel komplizierter gewesen", sagt Hallmann. "Mit dem Auto dauert es vielleicht vier Stunden." Abele gilt als aussichtsreicher Kandidat für eine Medaille, Brugger der beim Internationalen Mehrkampf-Meeting in Tallinn/Estland kürzlich mit 5975 Punkten einen WLV-Rekord im Siebenkampf aufstellte, hatte die Hallensaison eigentlich schon beendet (siehe auch Info-Box). "Die EM ist für ihn ein toller Bonus", sagt Hallmann über den jungen Athleten, den sein Arbeitgeber, die Sparkasse Ulm, mit Blickrichtung Rio freigestellt hat. "Dafür bin ich sehr, sehr dankbar. Ich kann professionell trainieren und habe den Kopf frei für den Mehrkampf", sagt Brugger.

Abele hat bei der Sportfördergruppe der Bundeswehr ähnlich gute Bedingungen. Schon wenige Tage nach der EM geht es für ihn ins vierwöchige Trainingslager nach Südafrika, wo er sich auf die WM-Qualifikationen in Götzis und Ratingen vorbereitet. Sein klares Ziel - weit über Prag hinaus - sind die Welttitelkämpfe Ende August in Peking, wo er schon 2008 als Olympiateilnehmer gestartet war, und natürlich die Sommerspiele in Rio. "Aktuell bin ich sehr zufrieden", sagt der gebürtige Hüttlinger. "Mal schauen, was geht. Für mich gilt: cool bleiben und die Sache durchziehen."

Auch Trainer Hallmann erwartet Arthur Abele in Prag ordentlich weit vorne: "Er ist in toller körperlicher Verfassung und in einer sehr guten Form. 6000 Punkte wären für ihn aktuell unteres Minimum. Wenn alles passt, ist Edelmetall drin. Er kommt nicht, um Achter zu werden."

Bei Hallen-Siebenkampf stehen zum Auftakt am Samstag vier Disziplinen auf dem Programm: die 60 Meter, der Weitsprung, das Kugelstoßen und der Hochsprung. Am Sonntag folgen 60 Meter Hürden, Stabhochsprung und der 1000-Meter-Lauf. Im Vergleich zum Zehnkampf fallen Diskus, Speer und die 400 Meter weg. Das Abschlussrennen ist von 1500 auf 1000 Meter verkürzt.

WM-Qualifikation im Donaustadion

Kurze Pause Die Hallensaison der Leichtathleten endet quasi mit der Europameisterschaft in der tschechischen Hauptstadt Prag, die von Donnerstag bis Sonntag ausgetragen wird. Die nächsten Leichtathletik-Wettkämpfe in Ulm gibt's in gut anderthalb Monaten - im Freien. Dann geht es Schlag auf Schlag: Am 24. April werden im Donaustadion die Regional-Mehrkampfmeisterschaften ausgetragen. Am 9./10. Mai folgen dort die Regionalmeisterschaften von den Schülern bis zu den Aktiven. Höhepunkt ist das Internationale Mehrkampf-Meeting am 27./28. Mai. Hier können sich die Athleten auch für die WM im August in Peking beziehungsweise die U-23-Europameisterschaft qualifizieren.

 

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