Reinelt mit Deutschland-Achter von Briten geschlagen - Bronze für Lena Müller

Erfolgsbilanz bei der Ruder-WM in Chungju/Südkorea: Nachdem Lena Müller am Samstag im leichten Doppelzweier Bronze geholt hatte, wurde es für den Deutschland-Achter mit Max Reinelt gestern Silber.

|
Vorherige Inhalte
  • Die Enttäuschung bei Maximilian Reinelt (links) und seinen Kollegen hielt sich nach der Niederlage im WM-Finale gegen Großbritannien in Grenzen. 1/2
    Die Enttäuschung bei Maximilian Reinelt (links) und seinen Kollegen hielt sich nach der Niederlage im WM-Finale gegen Großbritannien in Grenzen. Foto: 
  • Posieren fröhlich mit ihren Bronzemedaillen: Lena Müller (links) und ihre Saarbrücker Partnerin im leichten Doppelzweier, Anja Noske. Foto: dpa 2/2
    Posieren fröhlich mit ihren Bronzemedaillen: Lena Müller (links) und ihre Saarbrücker Partnerin im leichten Doppelzweier, Anja Noske. Foto: dpa
Nächste Inhalte

Seit 1970 waren Ulmer Ruderer bei 20 Weltmeisterschaften dabei. Sie holten dabei viele Medaillen und fünf WM-Titel. Von den Titelkämpfen in Chungju kehren die Ulmer jetzt erstmals mit zwei Medaillen in zwei olympischen Bootsklassen an die Donau zurück: Silber für Maximilian Reinelt, Bronze für Lena Müller.

Am letzten Renntag herrschten noch einmal ideale Bedingungen auf dem Tangeum-See. Spiegelglattes Wasser bei 27 Grad, dazu eine erträgliche Luftfeuchtigkeit: Besser konnten es sich die Athleten samt den 33 000 Zuschauern nicht wünschen. Traditionell als letztes Rennen wurden die Achter auf die 2-km-Strecke geschickt. Was lag nicht alles an Spannung und Prestige in diesem Finale. Drei Boote kamen für Gold in Frage: Deutschland Titelverteidiger und Olympiasieger, die US-Crew, Sieger über die Deutschen vor sieben Wochen in Luzern, und schließlich die Briten, die all ihre Ruderstars dieses Jahr in einen "Super-Eight" gesetzt haben.

Doch den schnellsten Start ins Finale erwischten Reinelt und Co. Ihr Drei-Meter-Vorsprung war, nachdem die Briten in einen massiven Streckenschlag fanden, bald weg. Meter um Meter machten sie auf die Deutschen gut. Bis zu einer Dreiviertel-Länge setzten sich die bulligen Männer von der Insel vom DRV-Flaggschiff ab. Dem US-Achter blieb bei dem höllischen Tempo nichts anderes übrig, als Bronze vor Polen, Frankreich und den Niederlanden abzusichern.

Auf den letzten 500 Metern versuchten die Männer von Trainer Ralf Holtmeyer (Dortmund) nocheinmal alles. Schlagmann Kristof Wilke (Radolfzell) trieb seine Mannschaft auf eine 44er-Frequenz hoch - und so flogen die Deutschen auf die Briten zu. Die gerieten dadurch in echte Schwierigkeiten, konnten letzten Endes aber von ihrem Vorsprung zehren und eine halbe Sekunde vor den Titelverteidigern ins Ziel retten. Silber also für Deutschland, eine weitere Länge dahinter mussten sich die Mitfavoriten aus den USA mit Bronze begnügen.

Reinelts Einschätzung: "Für eine nach-olympische Saison war es ganz gut, was wir rausgeholt haben. Die Sprints kamen gut, uns fehlte aber eine konstant hohe Grundgeschwindigkeit. Der Abstand zu den Briten ist aber nicht groß. Wir wissen ja alle, wie es geht." Nach vier Jahren Extremsport brauche der Körper auch irgendwann einmal seine Pause, damit er nicht in seine Einzelteile zerfalle.

Auch wenn es nicht zur Titelverteidigung reichte, können Reinelt und seine Kollegen erhobenen Hauptes in die Heimat zurückkehren. Im Fokus von Trainer und Athleten standen im nacholympischen Jahr zwei Dinge: das Studium voranbringen und neue Ruderer zu integrieren. Das ist weitestgehend gelungen. Unter den Studienverpflichtungen haben natürlich die Trainingsumfänge gelitten.

Das war in allen drei Booten mit Ulmer Beteiligung vor allem auf den mittleren 1000 Metern abzulesen. Hier ließ man einige Meter liegen, die bei dem hohen internationalen Niveau im Schlussspurt schwer aufgeholt werden können. Bis Rio sind es noch drei Jahre. Die drei Ulmer Olympiakandidaten werden bis zu den Spielen das Verhältnis zwischen Training und Ausbildung genau justieren. Schließlich verfügen alle drei über die Eigenschaften, die es für Weltklasse-Ruderer braucht: Erfahrung, Leidenschaft und Bodenhaftung.

Lena Müller und ihre Saarbrücker Partnerin waren am Samstag im leichten Doppelzweier auf den dritten Rang gerudert (wir berichteten in Sonntag aktuell). Mit einer Medaille hatte das Duo rechnen dürfen, nach dem Halbfinal-Einzug am Donnerstag hatte es sogar ein wenig auf Gold gehofft. Dass es hinter den Favoriten aus Italien und den stark auftrumpfenden US-Girls schließlich Bronze wurde, tat der Freude der Beiden aber keinen Abbruch. Im B-Finale des Zweier-ohne belegte derweil die Ulmerin Kerstin Hartmann zusammen mit der Krefelderin Marlene Sinnig Rang zwei. Das bedeutete in der Endabrechnung Position acht.

Abonnieren Sie das kostenlose Morning-Briefing aus der Chefredaktion
Damit starten Sie top informiert in den Tag. Außerdem im Newsletter: Die Wettervorhersage und die aktuelle Verkehrslage in der Region.
» zur Registrierung

Noch kein Kommentar

Schreiben Sie Ihren eigenen Kommentar

noch 3000 Zeichen
Mit Ihrem Kommentar akzeptieren Sie unsere Netiquette

Für registrierte Nutzer

Melden Sie sich an und schicken Sie Ihren Kommentar ab:

Für noch nicht registrierte Nutzer

Registrieren Sie sich kostenlos, um Ihren Kommentar abzuschicken:

Ich bin damit einverstanden, dass die Neue Pressegesellschaft mbH & Co. KG und ihre Tochterunternehmen mich schriftlich (per E-Mail oder Brief) oder telefonisch über ihre Medienangebote und kostenlose Veranstaltungen informieren dürfen. Meine Daten dürfen zu diesem Zweck gemäß den Bestimmungen des BDSG gespeichert, verarbeitet und genutzt werden. Die Einwilligung kann ich jederzeit widerrufen.
Ich bin mit den Datenschutzbestimmungen einverstanden. *

Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:

neu laden
Content Management by InterRed GmbH Logo
weiter zur Startseite

Zwölf Namen für die neuen Ulmer Straßenbahnwagen

Die neuen Straßenbahnwagen der Linie 2 werden nach Männern und Frauen benannt, die mit Ulm in Verbindung stehen. So war es auch schon beim Combino. weiter lesen