Landessportverband ehrt Wolfgang Beck für sein Lebenswerk
Er hat Generationen von Ulmer Leichtathleten trainiert und geprägt. Nun ist Wolfgang Beck, heute Mehrkampf-Landestrainer, für sein Lebenswerk ausgezeichnet worden. Fertig ist er aber noch lange nicht.
Autor: AXEL HABERMEHL |Wolfgang Beck redet nicht gerne über sich. Er redet lieber über die Sportler, die er trainiert. "Die Athleten", wie er sagt. Wenn man den 66-jährigen Mehrkampf-Trainer fragt, wie die Chancen für Zehnkämpfer Arthur Abele bei den Deutschen Hallenmeisterschaften am Wochenende stehen, antwortet er: "Arthur ist momentan topfit, wenn er sich nicht verletzt, ist er ein Kandidat für den deutschen Meistertitel. Das wäre eine Granate, das würde uns alle weiterbringen."
Wenn man Beck aber Fragen zu ihm selbst stellt, brauchen die Antworten länger. Er druckst dann ein wenig herum. Viele Sätze beginnen dann mit "Ich sag mal so . . ." Es scheint ihm nicht zu gefallen, über seine Erfolge zu reden. "Ich sag mal so, ich weiß auch nicht, wie sie darauf gekommen sind", sagt er auf die Frage, was er glaubt, warum ihn der Landessportbund nun für sein Lebenswerk ehrt. "Ich bin jetzt 66, ich bin ja noch nicht gestorben."
Wie er die Ehrung in Stuttgart erlebt hat? Mit vielen Honoratioren, dem neuen Kultusminister Andreas Stoch, Fredi Bobic vom VfB Stuttgart und Heike Drechsler, die eine Laudatio auf ihn gehalten hat. Er habe sich natürlich sehr gefreut, besonders über Heike Drechsler, die er ja nun auch schon 20 Jahre kenne. Aber, sagt Beck: "Ich sag mal so, im Stadion fühl ich mich wohler." Das Stadion, das Donaustadion, ist seit fast 33 Jahren sein zweites Zuhause. Hier arbeitet er an und mit jungen Leichtathleten, vor allem mit Mehrkämpfern. Beck war selbst "immer Leichtathlet". Er war Deutscher Meister im Stabhochsprung und mit der Mannschaft Deutscher Meister im Zehnkampf.
Und er war früh Trainer, schon mit Anfang 20. Erst hatte er eine Banklehre gemacht, ein eigenes Geschäft geführt, dann ein Studium als Fachlehrer (Sport und Technik) nachgelegt, dann wurde er Tennislehrer und bildete Trainer aus. "Ich sag mal, vom Pädagogischen her war ich prädestiniert, nein talentiert dafür, Trainer zu sein."
1980 fing er in Ulm an, als hauptamtlicher städtischer Leichtathletik-Trainer. "Beim Stadtverband für Leibesübungen, so hieß das damals." Er blieb gut 31 Jahre. "Die Arbeit mit jungen Leuten macht mir Spaß. Das ist meine Lebensphilosophie und das hält mich jung." Und deshalb habe er auch nicht richtig aufgehört. Auch wenn er vergangenes Jahr an den damals 28-jährigen Stefan Preß übergeben hat. Nun ist Beck Mehrkampf-Landestrainer. "Ich beobachte jetzt mehr, habe mehr Management-Aufgaben", sagt er. "Aber ich bin schon noch fast jeden Tag in der Halle." Und er hat große Ziele: Rio 2016. "Wir wollen versuchen, einen Athleten zu den Olympischen Spielen nach Rio zu bringen. Das wäre was."






