TSV Pfuhl demonstriert im Turn-Derby gegen Ulm seine Stärke

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Pfuhls Florian Reindl turnte stark.  Foto: 

Auch wenn es wegen eines verpatzten Spitzenkampfes in Singen letztlich nicht für die Meisterschaft in der 2. Bundesliga gereicht hat: Der TSV Pfuhl hat sich dennoch zu einem ambitionierten Topklub im Unterhaus des deutschen Kunstturnens entwickelt und dem SSV Ulm 1846 den Ruf als Platzhirsch der Region – vorerst – abgelaufen. Denn beim ebenso deutlichen wie verdienten 76:6-Sieg im Derby in der Pfuhler Schulturnhalle war der TSV den ausgelaugt wirkenden Ulmern in allen Belangen überlegen: Beim Schwierigkeitsgrad in den Übungen, bei der Sauberkeit ihrer Ausführung und in der Fehlerquote.

Kein Wunder also, dass das Derby bereits zur Pause mit 38:0 entschieden war und das spektakuläre Schlussgerät Reck eher zu einem Showprogramm denn zum Kampf um jeden Punkt wurde. Der Grund wurde angesichts starker Ergebnisse der Eigengewächse Florian Reindl, Linus Mikschl und Co. deutlich: Während die Ulmer seit dem Weggang von Trainer-Urgestein Imre Banrevi mit ständig wechselnden Übungsleitern zu kämpfen hatten, konnte Pfuhls Coach Rolandas Zaksauskas seinen Nachwuchs in den vergangenen zehn Jahren zu Spitzenturnern formen, die laut Abteilungsleiter Michael Wolfang „an einzelnen Geräten schon Erstliga-Niveau haben“. Und dort könnte es vielleicht in den nächsten Jahren wirklich hingehen, das haben die TSV-Turner am Samstag gezeigt. „Dafür bräuchten wir allerdings eine größere Halle“, sagt Fördervereins-Vize Martin Rister, der 878 Zuschauer im prallvollen Schulzentrum begrüßen durfte – bei nur 650 Tribünenplätzen.

Abstieg als Chance

Für den SSV Ulm 1846 war es am Samstag der vorerst letzte Zweitliga-Wettkampf, und Teamchef Simon Barth blickte schon wieder nach vorne: „Wir bleiben kämpferisch und greifen nächstes Jahr in der 3. Liga voll an. Außerdem wollen wir ein paar junge Turner nach oben holen“, sagte der selbst noch sporadisch aktive Barth. Dass der Abstieg kein Rückschritt sein muss, hat der TSV Pfuhl eindrucksvoll bewiesen. „Dort lag der Fokus darauf, mit nicht so schweren Übungen einfach sauber und sicher zu turnen. Dadurch konnten sich unsere jungen Athleten festigen und nun im Schwierigkeitsgrad zulegen.“

Das wurde auch im Zweitliga-Derby deutlich. Die Ulmer konnten auch deshalb nur zweimal im gesamten Wettkampf punkten, weil die Pfuhler meist höhere Ausgangswerte in der D-Note (Schwierigkeit) hatten. Lagen die Ulmer hier dann mal gleich auf, machten sie entweder selbst zu viele Fehler oder scheiterten an den teils hervorragenden E-Noten (Ausführung) der Gastgeber. Dadurch kam es zu diesem auch optischen Klassenunterschied, den die Ulmer in den nächsten Jahren aufholen wollen – damit es schon bald wieder echtes Derbyfieber an der Donau gibt.

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