Wo der Ehrgeiz zum eigenen Lehrer wird
Drei Bälle fesseln Adrian Rylls Gedanken. Die Billard-Spielart Karambol ist seine Leidenschaft. Seit einigen Jahre bringt sich der 18-Jährige im Neu-Ulmer Billard-Club die Präzisions-Spielart selbst bei.
Welche Voraussetzungen braucht man für das Karambol?
ADRIAN RYLL: Im Prinzip kann jeder damit anfangen. Wer gut werden will, braucht allerdings viel Fleiß, um einen gewissen Automatismus in sein Spiel zu bekommen.
Wie sind Sie überhaupt zum Präzisionssport Billard gekommen?
RYLL: Als ich neun Jahre alt war, hat mich mein Vater in den Club mitgenommen, ich habe es ausprobiert und der Sport hat mich sofort gefesselt. Mein Vater hat mich am Anfang trainiert und steht mir heute noch zur Seite, coacht mich mental.
Wie oft trainieren Sie in der Woche?
RYLL: Ich trainiere momentan fünf bis sechs Mal die Woche zwei bis drei Stunden im Neu-Ulmer Billard-Club. Ich habe zuhause auch einen kleinen Tisch - am "Großen" ist es aber eine größere Herausforderung.
Ihr Trainingspensum ist enorm - wie gehen Sie mit nachlassender Konzentration um?
RYLL: Nach dem Training ist man im Kopf schon ziemlich müde und freut sich auf Entspannung, aber es gibt mir auch das Gefühl, wieder einen Schritt weitergekommen zu sein. Vor allem macht mir das Training immer einen Riesenspaß. Ich könnte mir auch gut vorstellen, selbst als Trainer zu arbeiten.
Gibt es neben Billard noch andere Sportarten, die Sie interessieren?
RYLL: Ich habe früher zum Ausgleich Tischtennis und Fußball gespielt. Ab nächster Woche fange ich mit Badminton an.
Sie schreiben im Mai Abitur am Gymnasium in Weißenhorn. Wie sehen Ihre Zukunftspläne aus?
RYLL: Nach dem Abitur werde ich für ein Jahr bei meinem Vater im Unternehmen arbeiten. Er betreibt eine Photovoltaik-Firma, für die ich bereits Pläne gezeichnet habe. Nach diesem Jahr möchte ich auch etwas in Richtung erneuerbare Energien studieren. Wo, habe ich allerdings noch nicht entschieden.
Welche Wettkämpfe stehen in nächster Zeit auf dem Plan?
RYLL: Ich habe mich bei den bayrischen Jugend- und Juniorenmeisterschaften für die deutschen Meisterschaften qualifiziert. Im April habe ich gute Chancen auf Edelmetall. Schade ist, dass ich wegen den Abitur-Prüfungen dieses Jahr nicht bei der EM im Mai spielen kann. Das Turnier beginnt an dem Freitag, an dem ich Deutsch-Abitur schreibe.
Werden Sie auch im Team antreten?
RYLL: Ja, ich spiele zusammen mit Tobias Fenzl aus Kempten und Moritz Mayer aus Creidlitz-Coburg. Wir haben uns auf Turnieren kennen gelernt und sind auch außerhalb des Sports gut befreundet. Wir Drei haben uns in den letzten Monaten ziemlich steigern können. Darum hätten wir bei der EM sehr gute Chancen gehabt.
Wäre dies dann die letzte Möglichkeit für Sie und Ihr Team, in der Juniorenklasse U 19 anzutreten?
RYLL: Ja, so ist es. Bei den Aktiven wird es sehr schwer, etwas zu reißen. Darum ist es sehr schade, dass es mit der EM nicht klappt.
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Autor: HELEN WEIBLE | 28.01.2012
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Eine Kugel muss durch einen Stoß zwei andere berühren. Der Tisch hat keine Taschen. Die Regeln klingen zwar simpel, aber Karambol gilt im Billard als Königsdisziplin, die Adrian Ryll meisterhaft beherrscht. Foto: Matthias Kessler
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