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Wiskirchen: Damen-Trainer, Spieler und Volleyball-Chef

Zwei Regionalligisten in einem Verein: Mit den gerade aufgestiegenen Damen verfügt der VfB Ulm jetzt über zwei Volleyball-Mannschaften in der vierthöchsten Klasse. Alexander Wiskirchen wirbelt überall mit.

Autor: KLAUS VESTEWIG |
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Über den drohenden Mangel an ehrenamtlichem Engagement wird in der deutschen Vereinslandschaft allerorten geklagt. Alexander Wiskirchen fehlt es daran ganz und gar nicht: Er leitet beim VfB Ulm als Trainer die Damen an und schmettert als Spieler in der Herren-Mannschaft. Nicht nur das: Als Volleyball-Abteilungsleiter gibt er zusammen mit Leslie Deufel - "Wir sind gleichberechtigt, sozusagen die 1 A und 1 B", wie er sagt - die Richtung vor.

"Wir haben einen guten Unterbau, es gibt viele helfende Hände. Wir können delegieren, das haben wir in dieser Saison zum ersten Mal gut hingekriegt", versichert Wiskirchen.

Das hat auch mitgeholfen, die Damen-Mannschaft nach zwei Jahren wieder zurück in die Regionalliga zu führen. Platz zwei hinter Schwäbisch Gmünd und damit der Aufstieg war bereits am vorletzten Spieltag gesichert. Die VfB-Damen hatten während der Runde nur dreimal verloren: zweimal gegen Schwäbisch Gmünd, dazu kam noch ein Ausrutscher gegen den MTV Stuttgart. Souverän hatten die Ulmerinnen den zweiten Rang mit zwei Siegen gegen den VfB Friedrichshafen verteidigt. Auch psychisch zeigte sich die Mannschaft diesmal stärker. "Ich habe den Druck, dass es um die Plätze geht, den Mädels bewusst aufgedrängt, aber sie haben es sehr gut gemacht", lobt Wiskirchen seine Mannschaft nach der zweiten Saison in der Oberliga. In der ersten Spielzeit nach dem Abstieg aus der Regionalliga hatte es nur zu Platz drei gereicht.

Dass Wiskirchen nicht nur bei den Damen auf der Trainerbank sitzt, sondern auch als Außenangreifer bei den VfB-Herren am Netz attackiert, hat in der vergangenen Saison zu keinerlei Problemen geführt. Bei den Heimspielen in der Ballspielhalle schmetterten die Damen um 16 Uhr, die Herren drei Stunden später. Nur zweimal überschnitten sich die Termine bei Auswärtsspielen der Frauen mit denen der Männer. Und da war klar vereinbart, dass das Traineramt des 2,07-m-Mannes Vorrang hat.

Jetzt da das Aufrücken in die Regionalliga geglückt ist - wegen der Einführung der dritten Liga baggern die Ulmerinnen freilich weiterhin in der vierthöchsten Liga -, gilt es den neuen Kader zu bilden. Im Juni fängt die Vorbereitung an, Ende September dann die Punktrunde. "Logisch, dass es als Aufsteiger unser Ziel ist, in der Klasse zu bleiben", betont Wiskirchen, der im vergangenen Herbst die B-Lizenz erworben hat, mit der er bis in der Regionalliga trainieren darf.

In der vergangenen Runde hatte Wiskirchen 13 Akteurinnen an Bord, weil auch Universalspielerin Ute Köhnlein ab und zu einspringen konnte. "Wir waren sehr oft vollzählig, da hatte ich viele Möglichkeiten", sagt Wiskirchen beim Rückblick. Diagonalspielerin Maria Tsaktanis und Außenangreiferin Joana Schmidt werden sich studienhalber aus Ulm verabschieden.

Spielführerin und Diagonalspielerin Leslie Deufel und Mittelblockerin Miriam Hiergeist, die beiden ältesten Akteurinnen in der Mannschaft, wollen den Kolleginnen zwar weiterhin beistehen, sich aber nicht mehr den Stress einer ganzen Runde zumuten. Zuspielerin Tina Maier, die schon öfter mittrainiert hat, rückt aus der "Zweiten" nach oben. Sichere Zugänge gibt es noch nicht: Wiskirchen, zusammen mit Leslie Deufel gerade als Abteilungsleiter wiedergewählt, ist im Gespräch mit vier bis fünf Spielerinnen aus der Region.

"Die Regionalliga bedeutet, dass die Mannschaft vom Niveau her mehr gefordert ist, hauptsächlich darauf freut sich die Mannschaft. In dieser Runde war sie in den meisten Spielen unterfordert", weiß Wiskirchen. Künftig muss die Mannschaft mit mehr Niederlagen klar kommen. "Das muss sie psychisch auf die Reihe bringen, um trotzdem Spaß zu haben."

Weil der städtische Rivale, der SSV 46, in die dritte Liga aufgestiegen ist, wird es auch in der neuen Saison kein Lokalderby geben. "Wir hätten gern gegen den SSV gespielt. Das ist immer sehr interessant, das sind für die Zuschauer die besten Spiele", sagt Wiskirchen einerseits. Andererseits sei es für den VfB ohne die Ulmer Duelle günstiger, weil der SSV 46 besser sei.

Gehören die Animositäten zwischen beiden Klubs inzwischen der Vergangenheit an? Wiskirchen sagt es so: "In dieser Saison haben sich beide Vereine zurückgehalten, da hat es keinen Stress gegeben. Das Verhältnis zwischen den Spielerinnen war noch nie schlecht." Das einzige Problem habe im Verhältnis von Abteilung bis Vereinsführung bestanden.

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Fußball, Regionalliga, 21. Spieltag
Pl. Verein Tore Pkt.
1 Hessen Kassel 18 67
2 SV Elversberg 19 65
3 Kaiserslautern II 18 60
4 Eintr. Trier 9 57
5 Großaspach 24 55
6 SV Waldhof 12 55
7 TuS Koblenz 2 52
8 Hoffenheim II 19 51
9 SSV Ulm 1846 2 51
10 SC Freiburg II 11 49
11 Mainz 05 II -3 46
12 FC Homburg -11 43
13 Wormatia Worms -6 41
14 Eintr. Frankfurt II -6 40
15 SC Pfullendorf -12 40
16 Eschborn -15 37
17 FSV Frankfurt II -27 37
18 Idar-Oberstein -14 35
19 Bayern Alzenau -40 28
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