Neu-Ulmer Speedskaterin mit Platz in Le Mans

Die Strapazen des Vorjahres hielten die Speedskaterin Irene Raab vom DAV Neu-Ulm nicht ab, nochmal beim 24-h-Rennen in Le Mans teilzunehmen.

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Über 24 Stunden auf den Rollen: Irene Raab (rote Radhose) skatete in Le Mans insgesamt 540 Kilometer und wurde Zweite.   Foto: 

129 Runden auf dem rund 4,2 Kilometer langen Circuit Bugatti – der Motorrad-Grand-Prix-Strecke in Le Mans: Inline-Speedskaterin Irene Raab vom DAV Neu-Ulm hat ihre Leistung vom 24-Stunden-Rennen des Vorjahres (Platz drei) noch gesteigert und ist auf Rang zwei geskatet, nur die Französin Karine Malle (Mont Blanc Roller) hat eine Runde mehr geschafft. Der Abstand zur Dritten, Sabrina Rossow (TSSC Erfurt), betrug schon deutliche 15 Runden. Am Ende des Rennens von Samstag bis Sonntagnachmittag standen 540 Rennkilometer mit knapp 3900 Höhenmetern auf der Habenseite von Irene Raab; 8,4 Kilometer mehr als 2015.

Die französische Stadt Le Mans steht weniger für touristische Highlights, ihr Magnet für Besucher von weit her steht vor den Stadttoren: Der Rennkurs, der vor allem durch seine 24-Stunden-Rennen im Motorsport bekannt ist. 24-Stunden-Rennen finden dort mehrere statt, man kann die Strecke aber auch mit Inlineskates und Muskelkraft bewältigen. Allerdings nehmen die meisten der Tausende Teilnehmer aus aller Welt die Herausforderung als Staffel an – als Duo, im  Sechserteam, am häufigsten als Zwölfermannschaft und sorgen für eine einzigartige Atmosphäre bei einem Inline-Speedskating-Rennen.

Rund 120 Frauen und Männer unter den 430 gemeldeten Teams starteten auch dieses Jahr in der Solokategorie: Für diejenigen, die um die vorderen Plätze mitskaten wollen, heißt das kein Schlaf, überhaupt möglichst wenige und kurze Pausen. Irene Raab erlaubte sich zwei kurze Abstecher an den Rand der Rennstrecke Richtung Boxengasse, eine dritte erzwang das Wetter: Wegen der einsetzenden Schauer am Sonntag Vormittag wechselte sie auf Regenrollen. „Lange Pausen machen geht eh nicht, da werden die Beine so schwer“, meint die 30-Jährige, die sich das ganze Jahr auf ihren Saisonhöhepunkt akribisch vorbereitet hatte, auch viel mit dem Rennrad unterwegs war und dabei mehrere lange Rad-Marathons absolvierte. In den Wochen vor dem 24-Stunden-Rennen kam sie bei ihren Trainingseinheiten teils auf mehr als 130 Kilometer auf Speedskates am Tag.

Getränke, Verpflegung oder auch Kälteschutz in der Nacht wie Armlinge und eine Windjacke ließ sie sich aus der Coaching-Zone auf der Start-/Zielgeraden reichen, ansonsten hieß es dran bleiben an einer der Gruppen der Solofahrer, immer wieder den Hügel mit etwa 30 Höhenmetern nach Start und Ziel hinauf und dann in der Abfahrt Geschwindigkeit aufnehmen. Oder sich allein gegen den teils heftig blasenden Wind behaupten, um Runden gegenüber der Konkurrenz gut zu machen. Zeit für menschliche Bedürfnisse blieb ihr da keine: Den Gang auf die Toilette hob sie sich bis zum Rennende auf.

Am Ende stand der verdiente Jubel auf der Siegertribüne über der Boxengasse, auf der sonst die Asse der Motorsportszene stehen. Der Gang dorthin war allerdings für sie nicht leicht: Schließlich geht es einige Treppen hoch.

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