Matas Miliunas: Der Goldjunge des TSV Langenau

Mit gerade einmal 18 Jahren hat sich Matas Miliunas dem EM-Titel der Erwachsenen gesichert. Er steht damit sinnbildlich für die Muay-Thai-Abteilung des TSV Langenau. Die ist nämlich eine Erfolgsgeschichte im Schnelldurchlauf.

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Trainer Robert Richter und Matas Miliunas (r.) sorgen für die Glanzmomente der Muay-Thai-Abteilung.  Foto: 

Die intensive Vorbereitung über einige Wochen hat sich ausgezahlt: „Im Finale kämpfte Matas Miliunas in der Erwachsenenklasse um den Europameistertitel – mit Erfolg!“ So freute sich Silke Hackemesser, Abteilungsleiterin der Muay-Thai-Boxer im TSV Langenau, über den kürzlich errungenen Sieg „unseres Goldjungen“ bei der EM der „International Federation Of Muaythai Amateurs“ (IFMA) in Paris.

Dorthin begleitet wurde der Ende Mai volljährig gewordene Miliunas von seinem Trainer Robert Richter,  der ebenfalls eine erstaunliche Erfolgsbilanz aufweisen kann: Erst vor rund vier Jahren gründete er die Abteilung, unterstützt vom TSV-Vorsitzenden Reiner Genz. 25 Thaiboxer brachte Richter damals vom Phon-Rop-Gym mit. „Heute hat die Abteilung rund 120 Mitglieder“, freut sich Richter.

Inzwischen konnte die junge Abteilung einige Glanzpunkte setzen. Durch Miliunas, der als Jugendlicher die IFMA-Weltmeisterschaft in Bangkok gewann und vor einem Jahr noch als 17-Jähriger den vierten Platz bei der Erwachsenen-WM erreicht hat.

Und durch Nicole Zajcev. Mit 14 Jahren wurde sie 2016 ebenfalls in Bangkok Vize-Jugendweltmeisterin im Thaiboxen. Ein Erfolg, den die Langenauerin 2017 wiederholte. Bei den deutschen Erwachsenen-Meisterschaften der ISKA der Aktiven konnte Nicole Zajcev zuletzt zwei deutlich erfahrenere Gegnerinnen besiegen, eine davon durch K.o.

Kampf gegen die Besten

Das spricht für den Trainer – der aber gleich auf den TSV weiter verweist. „Der Verein hat uns das erst ermöglicht“, so Richter. Durch die Trainingsmöglichkeiten und die Unterstützung, ohne die es den Spitzenkämpfern nicht möglich wäre, an internationalen Wettbewerben teilzunehmen. Was kein Luxus sei, sondern Notwendigkeit. „Man muss reisen, um gegen die Besten zu kämpfen“, erklärt Miliunas.

Denn den Muay-Thai-Assen gehen in Deutschland schnell die ebenbürtigen Gegner aus. Und die braucht es, um in Sachen Technik dazuzulernen und die Kampferfahrung zu sammeln. „Der IFMA ist ein international anerkannter Amateursportverband, in dem es nur hochklassige Sportler ganz nach oben schaffen“, sagt Richter.

Genau dort will Miliunas hin. „Für mich geht es jetzt darum, die Qualifikation zur WM 2018 in Mexiko zu erreichen“, sagt der Günzburger, der in die 12. Klasse der Friedrich-List-Schule in Ulm geht und dort sein Abi machen möchte. Denn bei aller Sportbegeisterung: „Schule geht vor.“

Klar ist aber auch, dass man beim Muay Thai viel fürs Leben lernt. Disziplin etwa, um sich für das fast tägliche Training zu motivieren. „Man muss am Ball bleiben, um den Fitness-Zustand andauernd aufrecht zu erhalten“, erklärt Miliunas. Und dann macht Thai-Boxen auch noch „den Kopf frei“. Zur Tradition der Sportart gehört, andere Menschen zu respektieren. Was die Teilnahme an Wettbewerben immer zur angenehmen Erfahrung mache: „Die Sportler kommen aus der ganzen Welt, aus ganz verschiedenen Kulturen – doch man versteht sich“, schildert Miliunas.

Richter bestätigt: „Ich habe durch das  Thai-Boxen meinen Weg gefunden. Nun will ich als Trainer etwas zurückgeben – das ist für mich eine Herzensangelegenheit.“

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