Eine Frage des Geldes

Stuttgart/Madrid.  Es geht nur noch um Geld, sprich ein paar Millionen Euro hin oder her. Ansonsten aber ist der Wechsel von Nationalspieler Sami Khedira vom VfB Stuttgart zu Real Madrid beschlossene Sache.

Perfekt ist der Wechsel von Sami Khedira vom VfB Stuttgart zu Real Madrid zwar noch nicht. Dennoch ist klar, dass der 23-Jährige zum spanischen Rekordmeister geht. Der Mittelfeldspieler hat dem VfB telefonisch mitgeteilt, dass er unbedingt zu Real will.

"Wir sind uns mit Real einig", sagt Khediras Berater Jörg Neubauer. Der VfB Stuttgart seinerseits ist bereit, den Nationalspieler ziehen zu lassen. "So ein Angebot von Real Madrid bekommt man nicht oft. Es ist, glaube ich, auch eine sehr positive Sache für den VfB, wenn ein Spieler zu Real Madrid wechselt. Es liegt jetzt nur noch an Real und an uns, eine Übereinkunft zu treffen", sagt VfB-Manager Fredi Bobic.

Eine Übereinkunft treffen - das heißt im Klartext, es geht jetzt nur noch um Geld, um ein paar Millionen Euro hin oder her. Der VfB verlangt dem Vernehmen nach 15 Millionen Euro für Khedira, Real bietet angeblich acht bis zehn Millionen Euro. Khediras Vertrag in Stuttgart liefe noch bis zum Ende der kommenden Saison, danach könnte er den Verein ablösefrei verlassen. Khedira seinerseits hat seine ursprüngliche Gehaltsforderung von sieben Millionen Euro im Jahr heruntergeschraubt. Laut spanischen Medien soll er einen Fünfjahresvertrag und ein Gehalt von jährlich 2,5 Millionen Euro netto bekommen.

"Wir sind mit Real in Gesprächen, eine Einigung ist aber noch nicht in Sicht", sagte VfB-Sportdirektor Jochen Schneider. Angeblich sprechen beide Seiten auch über mögliche Sondervereinbarungen. So sei Real bereit, einen seiner Profis an den VfB auszuleihen.

Ob sich der zwölfmalige Nationalspieler Khedira, der als Ersatz für den verletzten Michael Ballack in Joachim Löws WM-Stammelf gerutscht war und in Südafrika überzeugte, mit seinem Wechsel zu Real bereits als 23-Jähriger einen Gefallen tut, muss er selbst beantworten. In Madrid bekommt er es mit hochkarätiger Konkurrenz im Mittelfeld zu tun. Dort muss er sich beispielsweise gegen den Brasilianer Kaka oder Spaniens Weltmeister Xabi Alonso behaupten.

Die Stuttgarter haben auf Khediras Position mit den Nationalspielern Christian Träsch, Christian Gentner und dem Serben Zdravko Kuzmanovic genügend Alternativen. Dennoch sagt Bobic: "Es ist natürlich sehr schade, so einen Spieler zu verlieren. Das gilt vor allem für seine Persönlichkeit."

Mit den möglichen Transfereinnahmen hätte der VfB Spielraum für Neuverpflichtungen. Auf der Wunschliste stehen Philipp Degen (FC Liverpool), André Ayew (Olympique Marseille) oder Ihrahim Traoré (FC Augsburg). Auch an dem Ungarn Balazs Dzsudzsak (PSV Eindhoven) sollen die Stuttgarter interessiert sein. sid/dpa/eb


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