Bei aller Routine gibt es immer wieder Neues

Der LBS Müller Junior Cup startet morgen mit seiner 33. Auflage. "Ruheständlerin" Edith Pichler hält auch dieses Mal alle Fäden in der Hand. Trotz ihrer Erfahrung wird sie immer wieder vor neue Probleme gestellt.

Eigentlich hatte sich Edith Pichler ja aus dem Tagesgeschäft der Tennisabteilung des SSV Ulm 1846 zurückgezogen. Offiziell war der 30. September des vergangenen Jahres ihr letzter Arbeitstag als Geschäftsführerin. Doch bereits damals hatte die inzwischen 66-Jährige angekündigt, dass sie sich auf jeden Fall um die 33. Auflage des LBS Müller Junior Cups kümmern wird, bei dem ab morgen (9 Uhr) die ersten Qualifikations-Runden der Jungen U 14 ausgespielt werden.

Ihre Ankündigung hat die gebürtige Wienerin in die Tat umgesetzt - und dabei wieder einmal erfahren, dass kein Jahr wie das andere ist. Ein paar Neuerungen von Seiten des Internationalen Tennis-Verbands sorgten für reichlich Arbeit auf der Geschäftsstelle des SSV 46.

Die Anmeldung erfolgte dieses Jahr erstmals über die Homepage der TE (Tennis Europe), mit der Folge, dass der Veranstalter selbst keinen Einfluss darauf hatte, wie viele Spieler sich anmeldeten. So kam es, dass allein in der Altersklasse der U-14-Jungs 150 Talente auf der Warteliste stehen. In den letzten Tagen musste sich Robert Waidmann vom Orga-Team zumeist mit Anfragen von Spielernauseinandersetzen, die wissen wollten, wie sie es noch ins Turnier schaffen. "Da wird schon Druck per E-Mail oder Telefon auf den Veranstalter ausgeübt", sagt Edith Pichler.

Vor allem die Wildcards sind ein begehrtes Gut - da wird dann schon mal vorgegeben, ein "guter Bekannter" von Edith Pichler zu sein. Doch die Organisatorin verfügt über ein hervorragendes Namensgedächtnis und kennt mit ihrer langjähriger Erfahrung die Kniffe der Eltern, Trainer und Betreuer, die ihre Schützling doch noch im Turnier unterbringen wollen.

Aber die Obergrenze an Teilnehmern wird Pichler und Co. vom Verband vorgegeben. 630 junge Sportler werden auf den 14 Sandplätzen der Anlage in der Friedrichsau sowie auf 36 benachbarten Plätzen aufschlagen. Für die Akteure des Hauptfelds des ältesten Jahrgangs U 16 müssen die Ulmer für die gesamten Kosten während des Turnier-Aufenthalts aufkommen.

Hier sorgt eine weitere Neuerung dafür, dass diese Auslagen im Gegensatz zu den vergangenen Jahren die Sponsoren deutlich teurer zu stehen kommen. Denn erstmals dürfen die Spieler nur ein Match am Tag bestreiten. Somit wird auf jeden Fall die Hälfte der 128 Akteure des U-16-Hauptfeldes mit ihrem Team eine Nacht im offiziellen Spielerhotel Seligweiler verbringen. In den vergangenen Jahren wurde geschaut, dass der Betrieb möglichst früh losging und somit die Nachwuchstalente auch zweimal am Tag auf dem Platz standen.

Aus lokaler Sicht hat kein Spieler einen Platz im Hauptfeld, die beiden aussichtsreichsten Kandidaten sind nicht dabei. Lena Lutzeier ist verletzt, David Straetmanns im Urlaub. Dafür startet Fabien Rebaul, der Sohn der mehrfachen Ulmer Stadtmeisterin Trixi Metzger, der im vergangenen Jahr an der Seite von Straetmanns im Doppel-Finale stand. Vom SSV 46 wollen die mit einer Wildcard für die Qualifikation ausgestatteten Nico Niederbacher (U 14), Paul Michel und Philip Häberle (beide U 16) den Sprung ins Hauptfeld schaffen. Dort werden in der U 16 sicher Luke Steeb, Sohn des dreimaligen Davis-Cup-Gewinners Charly Steeb, und Urs Turau, Sohn der Rad-Legende Didi Turau, starten.


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Autor: SEBASTIAN SCHMID | 30.07.2010

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