Nach 24:30 gegen Konstanz steckt Söflingen im Abstiegskampf
Mit 24:30 ist die TSG Söflingen gegen die HSG Konstanz unter die Räder gekommen. Sollte die gezeigte Leistung zur Normalität werden, dann marschiert die Mannschaft geradewegs dem Abstieg entgegen.
Die TSG Söflingen hat in der Kuhberghalle in dieser Saison sehenswerte oder zumindest spannende Spiele gezeigt. Das, was die Mannschaft am Samstag beim 24:30 (15:15) gegen Konstanz abgeliefert hat, war weder das eine noch das andere. Es war einfach schwach.
"Ich kann mich als Verantwortlicher für diese Leistung der Mannschaft nur bei den Zuschauern entschuldigen", sagte Trainer Mike Wolz, der auch einen Tag nach dem Debakel fassungslos war. Noch einmal hatte er sich den in der zweiten Halbzeit desaströsen Auftritt Szene für Szene auf DVD angeschaut.
Gefunden hat er viele "unerklärliche und primitive Fehler". Bei spiele gefällig? Pässe, die auf zwei Meter nicht ankamen. Würfchen, über die Konstanz Keeper Patrick Glatt nur müde lächeln konnte - wenn sich überhaupt mal einer traute. Dazu ein Matthias Faißt, der nach der Pause sechs Tore in Folge erzielen konnte. Er ging durch die Söflinger Abwehr wie ein warmes Messer durch die Butter. Im Zweifel schob er die Gegner einfach mit in den Kreis. In diesen 13 Minuten trafen die Söflinger kein einziges Mal. Es war die entscheidende Phase.
Statt 15:15 stand es 15:22 (44.). Wer nun gehofft hatte, die Gastgeber würden aufwachen und ihrerseits eine Serie hinlegen oder sich zumindest wehren, der sah sich bitter getäuscht. Auf der Tribüne tobten die verletzten Philipp Eberhardt und Philipp Frey, konnten beinahe nicht mehr hinsehen. Auf dem Feld herrschte dagegen weitestgehend eine andere Körpersprache. Man konnte sich bei einigen des Eindrucks nicht erwehren, dass für sie das Kapitel TSG Söflingen schon beendet ist. Vorzeitig.
"Es waren vier Spieler auf dem Feld, denen ich unterstelle, dass sie wollen. Mehr ist das momentan nicht. Bei den anderen weiß ich nicht, mit was sie sich beschäftigen." Ein hartes Urteil, das Wolz über seine Mannschaft fällt. Aber angesichts der Auftritte in Rimpar, jetzt gegen Konstanz und einiger Auswärts-Spiele zuvor, müssen sie sich diese Kritik gefallen lassen.
In früheren Zeiten sprach man in Söflingen in diesen Fällen von Legionärsmentalität - mitnehmen was geht und nur das Nötigste dafür tun. Vor allem dann, wenn man für die neue Saison anderweitig untergekommen ist. Von jungen Spielern aus der Region dagegen erhoffte man sich ein frisches, unverbrauchtes und mutiges Auftreten. Das sie über weite Strecken der Saison auch gezeigt haben. Schön haben sie gespielt, attraktiv und durchaus auch erfolgreich. Ein paar Hänger - vor allem in fremden Hallen - kann man einem jungen Team locker verzeihen. Zumal die Verletzungen von Philipp Frey und Peter Feigl die Mannschaft zusätzlich schwächten.
Mit was kaum jemand gerechnet hatte, war die Unruhe, die mit den Vertragsverhandlungen in die Mannschaft kam. Die einen strebten nach Höherem, die anderen monierten mangelnde Einsatzzeiten oder die falsche Position. Neuverpflichtungen gibt es noch keine, stattdessen die große Flucht. Benedikt Brielmeier träumt in Balingen von der ersten Liga, Janis Bauer hofft auf mehr Spielzeit in Langenau, Jacob Fritsch will den Leipziger Aufschwung unterstützen, auch Michael Fattler ziehts in die Heimat. Dann ist da noch Jan Behr, der bei Zweitligisten vorspielt und pokert. Das alles ist nicht verwerflich, so lange die Leistung stimmt.
"Wenn wir so spielen wie gegen Konstanz, dann verlieren wir in Haslach und gegen Leutershausen zweistellig", sagt Wolz. In diesem Fall stehen die Söflinger in einem Monat sicher auf einem Abstiegsplatz: "Spätestens dann werden wir sehen, wer Charakter hat."
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Autor: UTE GALLBRONNER | 08.02.2010
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