Schweigen der Männer

Die TSG Söflingen muss heute gegen die HSG Konstanz ran. Peter Feigl wird wie immer von draußen mitfiebern. Aber immerhin: Er trainiert wieder.

In Söflingen wird derzeit geschwiegen, vor allem von Jan-Marco Behr. Der Spielmacher zeigte zuletzt wechselnde Leistungen, verabschiedet sich unter der Woche dann und wann zu einem Probetraining und hat eine ihm gesetzte Frist verstreichen lassen. Bei der TSG geht kaum mehr jemand davon aus, dass er in der neuen Saison am Kuhberg spielt. "Er sagt nichts, dann muss ich das wohl so deuten", meint Manager Uli Gebhard.

Der schweigt seinerseits auch lieber, zumindest wenn es um potenzielle Neuzugänge geht. Verhandelt wird, dem Vernehmen nach auch mit Kandidaten die bereits in den Vorjahren schon Kontakte zur TSG gepflegt haben. "Spruchreif ist da noch nichts", sagt Gebhard.

Trainer Mike Wolz schwieg auch in den vergangenen beiden Tagen. Zwangsweise. Der Trainer war krank, musste die Arbeit in der Halle seinem "Co" Bernhard Zeiler und Routinier Ralf Abend überlassen. Heute, wenn um 19 Uhr die Partie gegen die HSG Konstanz angepfiffen wird, ist für ihn aber wieder die Zeit des Redens gekommen, vielleicht auch des Schreiens. "Wir müssen ein anderes Bild abgeben als die ersten 30 Minuten in Rimpar. Wenn wir so spielen, gewinnen wir nicht gegen Konstanz, dann gewinnen wir überhaupt nicht mehr", redet Wolz Klartext.

Allerdings geht der Coach davon aus, dass sein Team in eigener Halle ein völlig anderes Gesicht präsentiert. Das schöne, das sehenswerte, das zuletzt Freude bereitet hat. Auch dem Manager auf der Tribüne.

Fraglich ist das Mitwirken von Michael Fattler, der ebenso wie Ersatz-Keeper Manuel Weinbuch die Woche über krank war. Philipp Eberhardt laboriert noch an seiner Ellbogen-Verletzung. Die Schwellung geht zurück, doch ein Einsatz kommt wohl noch zu früh. Stimmlich dürfte er aber zumindest voll auf der Höhe sein und auf seinen Einsatz als Vorsänger im Falle eines Sieges hoffen.

Viel geredet hat unter der Woche Peter Feigl. Mit seinen Ärzten und auch mit Uli Gebhard. Der Patellasehne im Knie geht es deutlich besser, Feigl bekam grünes Licht fürs Mannschaftstraining. Auf die medizinische Trendwende folgte die vertragliche: Feigl will bleiben, in Ulm sein Medizinstudium fortsetzen und weiter Bälle für die TSG werfen. "Sein Training war noch sehr dosiert. Aber ich würde es ihm und auch uns gönnen, wenn es wieder geht. Gebrauchen könnten wir einen wie ihn sehr, sehr gut in unserer Situation", sagt Wolz.

Beispielsweise wenn es heute gilt die starken Einzelspieler der HSG Konstanz in die Schranken zu verweisen. Oliver Schoof, Mathias Faißt, Marc Hafner - drei, deren Kreise es einzuengen gilt. Dann hat das Schweigen in der Kuhberghalle bestimmt ein Ende. Zumindest für einen Abend.


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Autor: UTE GALLBRONNER | 06.02.2010

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