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Raus aus dem Nischendasein

Besondere Ehre in Baden-Baden: Mit dem Deutschland-Achter ist Maximilian Reinelt bei der Wahl zum Sportler des Jahres zweitbeste Mannschaft geworden. Der 21-Jährige äußert sich zu seinen Eindrücken.

Autor: KLAUS VESTEWIG |
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Maximilian, von den deutschen Sportjournalisten ist der Deutschland-Achter mit 1738 Punkten als zweitbeste Mannschaft gewählt worden - hinter der Fußball-Nationalmannschaft, aber noch vor dem Eishockey-Nationalteam. Wie haben Sie die hohe Ehrung in Baden-Baden aufgenommen?

MAXIMILIAN REINELT: Das ist für mich zum ersten Mal so eine Super-Auszeichnung. Das beweist, dass der Rudersport in der Öffentlichkeit wahrgenommen wird. Sonst führen wir ja meist ein Nischendasein. Wir haben uns alle sehr gefreut. Man freut sich, dass etwas herauskommt. Man setzt sehr viel ein, da ist eine Goldmedaille wie jetzt bei der WM ein großer Lohn.

Haben Sie ein so hervorragendes Ergebnis erwartet?

REINELT: Ich habe außer den Fußballern die Eisläuferinnen und das Eishockey-Team vorn erwartet. Ich habe nicht damit gerechnet, dass wir eine Chance aufs Podest haben.

War das ein besonderes Erlebnis, in Baden-Baden mit sehr guten deutschen Sportlern aus anderen Disziplinen den Abend zu verbringen?

REINELT: Klar, die meisten Sportler kenne ich nur aus dem Fernsehen. Mit denen habe ich bei Olympia mitgefiebert. Es ist ungewöhnlich, plötzlich mit dabei zu sein. Dass wir mit der vollen Mannschaft auftreten, ist nichts Besonderes. Wir haben nicht so eine hohe Medienpräsenz wie die Großen.

Ihr Vereinskollege Urs Käufer war vor einem Jahr mit dem Achter Dritter bei der Sportlerwahl. Hat er Ihnen Tipps gegeben?

REINELT: Ich verstehe mich gut mit Urs. Er hat gesagt, ich soll das genießen, so schnell kommt das nicht wieder. Und wenn, dann muss man sich das hart erarbeiten.

Die Ruderer haben den Ruf, auch mal gut feiern zu können. Hat Bundestrainer Ralf Holtmeyer das jedem freigestellt?

REINELT: Ralf Holtmeyer lässt uns da an der langen Leine. Als mündige Sportler ist jeder von uns für sich selbst verantwortlich.

Der Achter war schon fünfmal Mannschaft des Jahres. Denken Sie, dass der zweite Platz jetzt einen neuen Schub für das Rudern bringt?

REINELT: Das glaube ich schon. Außerdem ist Rudern ja komplett rückenschonend und auch im Alter problemlos.

Der Achter ist jetzt seit zwei Jahren auf der 2000-m-Strecke ungeschlagen. Sie sind im Frühjahr ins Boot gerückt. Wie beurteilen Sie denn im Nachhinein die Goldmedaille vor wenigen Wochen bei der WM?

REINELT: Wenn man bei einer WM ganz oben steht, dann hat man seine Aufgabe erfüllt. Man arbeitet seit vielen Jahren drauf hin. Das war ein Supergefühl, ich hätte nie gedacht, dass ich mal so weit komme. Ist das Ziel weg, dann fällt man zuerst mal in ein kleines Loch. Dann baut man sich wieder neu auf.

Wie sind Ihre Ziele in Richtung WM nächsten August in Bled und in Richtung Olympia in London 2012?

REINELT: Zunächst geht alles wieder bei Null los. Am Dienstag machen wir Ergometer-Tests. Die Selektionen entscheiden über den Aufbau des Achters. Ich werde neben meinem Medizinstudium so um die 22 Stunden in der Woche trainieren. Natürlich möchte ich in Bled im Achter mitmischen. Ich hoffe, dass ich auf hohem Niveau einsteigen kann. London 2012 wäre ein Traum, wenn das klappt.

Gibt Ihnen die Sportlerwahl Motivation für die nächsten Wochen?

REINELT: Die Einladungen der letzten Zeit motivieren mich. Aber eigentlich macht man das Ruder für sich selber. Man gewinnt aber die Gewissheit: Wenn man eine Sache ernsthaft verfolgt, dann hat man die Chance, das Ziel zu erreichen.

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