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Auf den Spuren von Birnbacher und Sumann

Längst tauchen die Biathleten des DAV Ulm in den Ergebnislisten ganz vorne auf. Hoffnungsvolle Talente gibt es am Zentrum einige. Zwei davon gehören zu den Besten: die Brüder Philipp und Florian Lipowitz.

KLAUS VESTEWIG | 0 Meinungen

Der eine hat seine Stärke beim Luftgewehr-Schießen auf die schwarzen Scheiben, der andere fühlt sich auf den Skating-Pisten besonders wohl. Wenn Werner Rösch vom Brüderpaar Philipp und Florian Lipowitz spricht, ist der Ulmer Biathlon-Chef voll des Lobes: "Im Schülerbereich haben die Beiden zusammen mit Andreas Maier das höchste Leistungsniveau. Beide sind Wettkampf-Typen, mit denen ist es ein sehr gutes Arbeiten." Da seien jetzt, da die neue Saison so richtig losgeht, Einzelplätze unter den ersten Zehn im Deutschen Schülercup durchaus realistisch.

Zum ersten Mal so richtig für Furore gesorgt hatten der 13-jährige Philipp und sein ein Jahr jüngerer Bruder im Februar in Oberwiesenthal: Da siegten beide beim Finale des Schülercups zusammen mit Andreas Maier in der Staffel im Wettstreit mit der nationalen Elite. Ruhmesblatt für das Ratiopharm-Biathlon-Zentrum Dornstadt/Ulm. Im Auftaktwettbewerb dieses Winters haben die Brüder nun am Notschrei im Schwarzwald gleich mit den Plätzen drei und eins überzeugt.

Was das Duo, das vor dem Einstieg ins Biathlon Tennis spielte und joggte, an ihrer attraktiven Disziplin fasziniert, macht Philipp deutlich: "Es ist abwechslungsreich. Anders als in der Leichtathletik, wo man sich gut einschätzen und einordnen kann, hat man im Biathlon immer Chancen, nach vorn zu kommen, auch wenn es im ersten Schießen nicht gut gelaufen ist." Spaß mache, so sagt auch Florian, dass man sogar im letzten Schießen noch ganz nach vorne rutschen könne - allerdings auch ganz nach hinten.

Dass dabei Florian schneller rennt als sein älterer Bruder, kann schon mal vorkommen. "Aber auch beim Schießen wären viele froh, wenn sie so gut schießen würden wie Florian", sagt Werner Rösch. Philipp hingegen habe beim Laufen noch Reserven. Zum ersten Mal muss indessen Philipp in der Schülerklasse 14/15 in dieser Saison die Scheiben im Stehendanschlag ins Visier nehmen. "Ich finde stehend sogar besser als liegend, auch wenn da der Wind dazukommt", meint er freilich. Das Ausdauer-Talent ist den Jung-Assen im übrigen in die Wiege gelegt worden: Mutter Evelyn war Marathonläuferin, Vater Marc, der für den Transport seiner Sprösslinge ebenfalls an vielen Tagen gefordert ist, fuhr Radrennen.

In der 14-köpfigen Trainingsgruppe unter der Leitung Anna Wahls (Rösch: "Sie hat alle Höhen und Tiefen mitgemacht, sie weiß, was in den Sportlern vorgeht") trimmt sich das Duo in fünf bis sechs Übungseinheiten die Woche. Stattliche zehn bis zwölf Stunden kommen da für die jungen Sportler, die dem neuzubildenden baden-württembergischen Schülerkader angehören werden, zusammen.

Bisher verträgt sich das mit der Schule sehr gut. "Wir haben Noten so um die 2 rum", verrät Florian. Die Brüder besuchen die sechste bzw. achte Klasse des Gymnasiums Laichingen. Dass aufgrund von Wettkämpfen und Lehrgängen immer wieder Fehltage entstehen, liegt auf der Hand. "Die Schule ermöglicht es uns, sonst könnten wir unseren Sport gar nicht machen", weiß Philipp Lipowitz. Nächste Woche geht es wieder vier Tage zum Lehrgang an den Notschrei, diesmal aber in der Ferienzeit.

Bei ihren Vorbildern orientieren sich beide an den internationalen Stars der Skijägerzunft. Philipp nennt den derzeit besten Deutschen, Andreas Birnbacher, Florian favorisiert derweil den Österreicher Christoph Sumann. Auch deswegen, weil die Ulmer im Sommertraining eine Runde auf Skirollern mit dem Routinier drehen konnten. Klar, dass im Hause Lipowitz jedes Weltcup-Rennen direkt am Fernseher verfolgt oder aufgezeichnet wird. "Ich achte besonders auf den Laufstil, da kann man sich etwas abschauen", berichtet Florian.

Bei seinem Fernziel, das ihn beflügelt, braucht der Youngster nicht lange nachzudenken: "Mal bei einer WM oder bei Olympia mitmachen." Mit dieser langfristigen Perspektive ist Philipp brüderlich ganz und gar einig: "Das ist der Traum von jedem Sportler."

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