Es geht um die Plätze
Zwischen Training und Repräsentation: Für die besten deutschen Ruderer kommt die Saison langsam in Schwung. Für Urs Käufer und Max Reinelt gehts um Plätze im Deutschland-Achter.
Gestern war Repräsentieren angesagt. Als Weltmeister hat man so seine Pflichten, doch auch auf der ISH in Frankfurt machte Max Reinelt am Stand des Achter-Sponsors Wilo eine gute Figur. "Wir haben was gemeinsam: Wir müssen im Boot hocheffizient arbeiten, die Pumpen von Wilo auch", erklärt der Ulmer. Dem Sponsor ist es auch geschuldet, dass der neue Deutschland-Achter grün wird. Angeschaut haben ihn die Weltmeister schon, demnächst wird er vom Bootsbauer Empacher aus Eberbach ans Leistungszentrum nach Dortmund geholt. Reinelt ist es herzlich egal, "ob es lila oder grün" ist - Hauptsache er hat einen Platz im Boot.
Um die acht Sitze geht es jetzt. Zunächst auf dem Ergometer und im Zweier, wobei die Frühjahrslangstrecke in Leipzig am 26./27. März erster Gradmesser ist. Vier Wochen später stehen die deutschen Kleinboot-Meisterschaften an. "Da kann man sich schon das Ticket holen oder auch schon viel vergeben", fasst Reinelt zusammen, wie wichtig die nächsten Wochen sind.
Max Reinelt und Urs Käufer haben die gleiche Ausgangslage, denn die Weltmeister bekommen keinen Bonus. Alle starten bei Null. Mit 24 Athleten ist Bundestrainer Ralf Holtmeyer ins Trainingslager nach Sabaudia gefahren. "Wir haben sechs, sieben leistungsstarke Zweier mit internationalem Standard. Also: 14, vielleicht sogar 16 Ruderer, die sich anbieten", sagte er nach der Rückkehr gestern. Für sie alle hat die Vorbereitung auf die Olympischen Spiele 2012 begonnen, schließlich geht es bei der WM in Bled im Herbst bereits um die Qualifikation.
Für Käufer ist ein Wunsch bereits in Erfüllung gegangen: Er sitzt wieder mit Filip Adamski in einem Boot. Nachdem es für beide mit anderen Partnern nicht optimal gelaufen war, wollen sie nun wieder gemeinsam zu alter Hamonie und Stärke zurückfinden.
Bei Reinelt bleibt dagegen alles beim Alten. Mit Zwei-Meter-Mann Lukas Müller schaffte er im vergangenen Jahr den Sprung in den Achter, und das Erfolgsduo will die Plätze natürlich verteidigen. Dabei leben die beiden vor allem von ihrer ungemeinen Physis, was sich beim Ergometer-Test niederschlagen sollte. Das Trainingslager war für sie allerdings deutlich kürzer als für den Rest. "Wir waren nur elf Tage dabei und so lang war auch das Wetter schlecht", erzählt Reinelt. Stattdessen standen Klausuren auf dem Programm. "Ich hab Organik geschrieben und auch bestanden. Das ist jetzt weg", erzählt der 22-jährige Medizinstudent. Damit steht für eine Weile das Rudern im Mittelpunkt. Und manchmal das Repräsentieren mit durchaus interessanten Einblicken in die Arbeitswelt.
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Autor: UTE GALLBRONNER | 15.03.2011
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Max Reinelt (l.) und Florian Mennigen (2.v.r.) mit den Wilo-Vorständen Oliver Hermes und Holger Krasmann (r.). Foto: Wilo
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