Eine perfekte Premiere

Besser hätte es für den Ulmer Max Reinelt bei seinem Saison-Einstand im Deutschland-Achter nicht laufen können: Das Flagschiff des nationalen Ruder-Verbands DRV siegte überlegen beim Weltcup in München.

Der Jüngste war ganz aus dem Häuschen: "Das war der Knaller, grandios. Mein erster Weltcup, dann gleich im Achter - und schließlich auch noch gewonnen. Was will man mehr?" jubelte der Ulmer Max Reinelt, der in München mit seinen Teamkollegen im Großboot einen starken Saisoneinstand bot und gleich mit einer Länge Vorsprung auf China ins Ziel kam. Mit 21 Jahren ist Reinelt der Benjamin im Flagschiff des Deutschen Ruder-Verbands (DRV), zusammen mit Zweier-Partner Lukas Müller (Düsseldorf) bildet er die Fraktion der Neuen im Team des Weltmeisters.

In München hatten sich Reinelt und Co. keinen Blöße gegeben und legten einen überzeugenden Start-Ziel-Sieg hin. "Während des Rennens hatte ich ein ganz sicheres Gefühl", fasste es der Ulmer aus seiner Sicht zusammen: "Die Gegner konnten machen, was sie wollten. Sie kamen nicht ran." In 5:44,22 Minuten schlug Deutschland schließlich deutlich die Kontrahenten aus Fernost (5:47,29), Dritter wurde Großbritannien in 5:50,39. Allerdings wollte Trainer Ralf Holtmeyer ("Wir haben einen Schritt nach vorn gemacht") mit Blick auf die WM im November den Erfolg auch nicht überbewertet wissen: Unter anderem hatten Olympiasieger Kanada und der WM-Dritte Niederlande gefehlt.

Weniger erfreulich verlief der Weltcup für die anderen Starter aus den Reihen des Ulmer Ruderclubs Donau: Kerstin Hartmann kam zusammen mit Marlene Sinning (Krefeld) im Zweier ohne zwar ins Finale, ihnen blieb jedoch der erhoffte Sprung aufs Podest knapp verwehrt. "Es ist nicht schlecht gelaufen", sagte Hartmann, "aber der vierte Platz ist eben undankbar."

Nachdem im Finale Neuseeland dem Rest schnell uneinholbar enteilt war, lieferte sich das Duo Hartmann/Sinning mit Rumänien II, China und Großbritannien III einen intensiven Kampf um die weiteren Siegerränge. Auf den letzten Metern fehlte aber das letzte Quäntchen Glück respektive Energie, um wie im Vorjahr auf den dritten Platz vor zu fahren. Lediglich die Konkurrenz von der Insel blieb beim Finish noch an den WM-Vierten des vergangenen Jahres hängen. In der Endabrechnung landete Neuseeland (7:15,64 Minuten) souverän vor Rumänien II (7:21,51), China (7:22,03) und eben Deutschland (7:24,97).

Für Urs Käufer, der zusammen mit Zweier-Partner Jochen Urban (Krefeld), Florian Eichner (Halle) und Rene Bertram (Magdeburg) im Vierer ohne an den Start ging, waren die Ambitionen auf einen Podestplatz schon nach dem Halbfinale dahin. Die Crew kam hinter Australien I (6:10,28), Australien II (6:12,01) und Neuseeland I (6:12,44) erst als Vierter ins Ziel (6:13,70) und war damit weg von der letzten Entscheidung. "Eine halbe Länge hat uns gefehlt. Das war ärgerlich, weil wir es drauf hatten", meinte Käufer.

Unterm Strich hatte es sich bemerkbar gemacht, dass das kurzfristig zusammengesetzte Projekt nach nur zwei Wochenenden gemeinsamen Trainings Abstimmungsschwierigkeiten hatte. "Ein bisschen gut ist halt zu wenig", befand Achter-Weltmeister Käufer, der seinen Platz im Flagschiff ausgerechnet an seinen Klubkollegen Reinelt verloren hatte. Zumindest behielt er mit Deutschland I im B-Finale die Oberhand, gewann in 6:10,07 knapp vor Neuseeland II (6:10,12). eb


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21.06.2010

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