Belohnung für die Belohnung

Das kann kein aktueller Sportler aus der Region vorweisen: Ein Jahr nach Platz zwei kam Maximilian Reinelt bei der Wahl zum "Sportler des Jahres" mit dem Deutschland-Achter am Sonntag auf Rang drei.

Maximilian, im vergangenen Jahr sind Sie bei der Sportlerwahl mit dem Deutschland-Achter als zweitbeste Mannschaft in Deutschland ausgezeichnet worden, jetzt ist es der dritte Platz. Haben Sie sich schon an das Kurhaus in Baden-Baden als Treffpunkt gewöhnt?

MAXIMILIAN REINELT: Letztes Jahr war ich mehr aufgeregt. Das ist eine schöne Veranstaltung hier, schade, dass so viele Preisträger bei den Männern nicht da waren. Wir Ruderer sehen das immer als Chance, uns in der Öffentlichkeit zu präsentieren. Viele der anderen Sportler hier kenne ich inzwischen, weil wir im Oktober mit den "Sport-Champions" eine Super-Woche in der Türkei hatten.

Was sagen Sie zu Magdalena Neuner als Sportlerin des Jahres?

REINELT: Sie ist ein Paradebeispiel für den Sport. Sie hat einen wunderschönen Abschnitt im Sport gehabt. Man muss wissen, wann man aufhört. Der Satz klingt zwar altbacken: Aber man soll aufhören, wenn es am schönsten ist. Ich bewundere Magdalena für den Schritt, einen neuen Lebensabschnitt zu beginnen und aus dem Trubel und Zirkus auszusteigen.

Borussia Dortmund hat bei den Mannschaften gewonnen - zu Recht?

REINELT: Wir sind ja am Stützpunkt in Dortmund und wohnen in der Stadt. Da konnten wir das alles live miterleben. Die Siegesfeier war total abgefahren. Gegen Fußball sieht man halt kein Land. Schade, dass nicht mehr andere Nicht-Profi-Sportarten zum Zug kommen. Man sollte versuchen, Amateursportler, die Außergewöhnliches leisten, nicht zu übergehen. Die Bühne sollte für solche Leute offenstehen.

Rudern wird während der Saison von der Öffentlichkeit nicht sehr stark wahrgenommen. Bei Olympischen Spielen und der Wahl zum "Sportler des Jahres" spielt gerade der Deutschland-Achter dann aber doch eine große Rolle. Warum?

REINELT: Wir stehen für Werte. Wir werden als Sportler mit Ehrgeiz und als authentisch angesehen. Nebenher bereiten wir uns auf unser späteres Berufsleben vor. Wir heben nicht ab, sondern wollen beruflich vorankommen, sozusagen interdisziplinär.

Der Deutschland-Achter ist seit der Niederlage bei Olympia in Peking 2008 bei 30 Regattasiegen in Folge auf der olympischen 2000-m-Distanz ungeschlagen. Das ist schon eine beeindruckende Serie.

REINELT: Diese Serie ist eher unangenehm. Jeder zählt mit und rechnet doch damit, dass eine Niederlage kommen könnte. Aber selbst an schlechten Tagen, können wir das Ding gewinnen, wir versuchen, jedes Ding zu machen. Es wäre super, damit nach London zu gehen.

Der Achter wird ja durch Tests im Zweier vor der neuen Saison wieder neu zusammengesetzt. Wie sehen Sie Ihre Chance auf Olympia?

REINELT: Beim ersten Test sind wir nach Krankheit Vierter geworden, das hat mir gestunken. Den zweiten Test haben wir gewonnen. Jedes Jahr heißt es: neues Spiel und neues Glück. Auch wenn die Leistungsdichte sehr eng ist bei uns und der Konkurrenzkampf gnadenlos angeheizt wird, habe ich doch ein gutes Gefühl. Im Achter gibt es eine reelle Medaillenchance, jeder möchte drinsitzen.

Worin liegt Ihre Motivation?

REINELT: Eine WM zu fahren, ist eine Belohnung. Und bei der Sportlerwahl ausgezeichnet zu werden, ist die Belohnung für die Belohnung. Ich rudere seit acht Jahren, und jetzt bin ich da hingekommen, wo ich hinwollte. Ich will bei Olympia in den Achter rein, sonst wäre ich enttäuscht, aber andere wollen das auch. Ohne Rückendeckung durch den Ulmer Ruderclub wären viele Sachen nicht möglich gewesen. Der hat 10 000 bis 20 000 Euro in mich investiert, jetzt kriegt er endlich etwas raus.


Weitere Artikel:


zu diesem Artikel sind keine Beiträge vorhanden

Schreiben Sie Ihren eigenen Kommentar

Sie können noch Zeichen als Text schreiben
Für registrierte Nutzer
Bitte anmelden, um Ihren Kommentar abzuschicken
Für noch nicht registrierte Nutzer
Registrieren Sie sich kostenlos, um Ihren Kommentar abzuschicken.








Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:


Autor: KLAUS VESTEWIG | 20.12.2011

Google 1+

Transporter rast mit hohem Tempo auf Wohnmobil

Langenau Noch unklar ist die Ursache für einen schweren Auffahrunfall am Donnerstag auf der Autobahn 7 bei Langenau, bei dem ein Transporter mit extrem hohem Tempo auf ein Wohnmobil auffuhr. Drei Menschen wurden dabei schwer verletzt, eine Katze wird vermisst.... mehr
Schwerer Unfall bei Brenz

Schwerer Vorfahrtunfall auf neuer Kreuzung bei Brenz

Weil eine Autofahrerin die Vorfahrt nicht beachtete, kam es am Dienstag zu einem verheerenden Unfall auf der neuen Bundesstraße 492: Die Unfallverursacherin wurde lebensgefährlich verletzt.... mehr

Schulbus durchbricht Leitplanke und kippt um

Burgrieden/Rot Der Fahrer eines mit elf Schülern besetzten Schulbuses ist am Donnerstagmittag von der Straße abgekommen, durch eine Leitplanke gebrochen und anschließend im Graben auf die Seite gekippt. Ein Großaufgebot an örtlichen und überregionalen Kräften von Feuerwehr, Rettungsdienst und Polizei musste zum Einsatz anrücken.... mehr

Ruf nach Heim ohne Waffen - Memminger Schütze knackte gesicherten Tresorraum seines Vaters

Memmingen/Stuttgart Nach dem Memminger Amok-Alarm fordern Grüne und Opferverbände ein schärferes Waffenrecht. Der 14-Jährige hatte Waffen des Vaters entwendet.... mehr

Fremde Feder - Hans Küng: Papst provoziert Ungehorsam

Auf dem alternativen wie auf dem offiziellen Katholikentag in Mannheim herrschten allgemein Unmut und Frustration über die Verschleppung innerkirchlicher Reformen. Im scharfen Kontrast dazu bereitet Papst Benedikt XVI. für Pfingsten offensichtlich die definitive Versöhnung der katholischen Amtskirche mit den traditionalistischen Piusbrüdern, deren Bischöfen und Priestern vor.... mehr

Feuer bei Firma Knittel in Vöhringen

Vöhringen In dem Abfallentsorgungsbetrieb Knittel in Vöhringen ist am Donnerstag ein Großbrand ausgebrochen. Plastikmüll und Altpapier standen in Flammen.... mehr