RANDNOTIZ: Ein Klassiker mit Kultstatus

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Klaus Vestewig berichtet von der Nordischen Ski-WM

Bei diesem Namen bekommen die Bewohner des Val di Fiemme glänzende Augen: Marcialonga, Italiens berühmtester Skilanglauf, hat zwischen der Latemar-Berggruppe und der Lagorai-Kette längst Kultstatus. Der legendäre Marathon über 70 km, stets am letzten Sonntag im Januar ausgetragen, ist für das Fleimstal immer ein Festtag. Auch deswegen, weil die Strecke ebenso durch die verwinkelten Gässchen der Dörfer verläuft - notfalls wird da mit Kunstschnee nachgeholfen. Tausende von Menschen jubeln dort auch noch den letzten der 7500 Läufern zu, die sich da im Startort Moena auf den langen Weg gemacht haben.

Seit 2003 wird der Klassiker immer in der klassischen Diagonaltechnik ausgetragen. Bei einem der berühmtesten Volksläufe der Welt, bei dem sich Hobbyläufer wie Weltklasse-Athleten den Strapazen stellen, brauchen die Besten knapp drei Stunden für die landschaftlich wunderschöne Dolomiten-Strecke.

Die 40. Auflage des Marcialonga ist erst seit dreieinhalb Wochen Geschichte. Der Norweger Jörgen Aukland triumphierte bereits zum vierten Mal - diesmal benötigte der Langstrecken-Spezialist 2:58 Stunden. Einmal mehr fiel die Entscheidung am fürchterlichen Cascata-Anstieg, der die letzten zwei Kilometer hinauf führt zum Zielort in Cavalese. Die malerische Piazza Giuseppe Verdi im Herzen des Hauptortes im Tal markiert dann den Schlusspunkt der Tortur.

Nach dem Start führt die Loipe hinauf nach Canazei unterm Sellastock, wo im Fassatal mit 1500 m der höchste Punkt des Marcialonga erreicht wird. Dann geht es nach Predazzo und bis hinunter nach Molina di Fiemme, wo der tiefste Punkt bei 800 m liegt. Insgesamt haben die Läufer am Schluss satte 886 Höhenmeter Aufstieg in den Knochen.

Aus der Taufe gehoben wurde der Marcialonga 1971 von Langlauf-Enthusiasten nach dem Vorbild des Wasalaufs in Schweden - mit 1000 Teilnehmern. Das Startrecht war für Männer reserviert. Ein Jahr später dann der Skandal: Zwei Norwegerinnen wurden disqualifiziert - weil sie als Männer verkleidet mitliefen. Erst 1978 öffnete der Marathon seine Tore auch für Frauen.

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