Obacht vor Oberkofler

Deutschland trifft morgen im entscheidenden Spiel auf Österreich, das bisher stärkste Team des Qualifikations-Turniers. Die Deutschen haben Grund, vorsichtig zu sein, denn Österreich hat den besten Torjäger.

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Daniel Oberkofler (l.) trifft zum 3:1 gegen Italien. Vor dem Showdown gegen Deutschland hat Österreichs Flügelstürmer schon drei Tore auf dem Konto. Foto: dpa

Daniel Oberkofler ist ein Spieler, wie ihn Fans jeder Sportart überall auf der Welt lieben. Und im Eishockey, diesem schnellen, wuchtigen Spiel, ganz besonders. Der 24-jährige linke Flügelstürmer der österreichischen Nationalmannschaft ist einer, der sich reinhaut. Mit allem, was er hat. Immer volles Tempo, meistens mit viel Risiko, oft erfolgreich.

Oberkofler, der bei Österreichs Erstligist EHC Linz spielt, ist bisher eine der auffälligsten Figuren des eher niveauarmen Olympia-Qualifikations-Turniers in Bietigheim-Bissingen. Technisch stark, mit Übersicht und vor allem: extrem torgefährlich. Drei Treffer in zwei Spielen - damit führt der Linksaußen die Torjägerliste des Turniers an. Oberkofler ist für einen Eishockey-Profi eher schmal. Nur 74 Kilo bringt der 1,83-Meter-Mann auf die Waage. Aber seine Beweglichkeit, sein Tempo und seine saubere Puckbehandlung stellt gegnerische Verteidiger immer wieder vor Probleme.

Oberkofler kam schon mit viel Rückenwind zur Nationalmannschaft nach Bietigheim. Vergangene Saison wurde er mit dem EHC Linz Meister in Österreich. Er stand in 64 Partien auf dem Eis, steuerte fünf Tore und zwölf Vorlagen zur ersten Meisterschaft seines Clubs seit zehn Jahren bei. Oberkofler spielte schon mit 15 Jahren für Graz in Österreichs U-20-Liga. Zwei Jahre später schaffte er den Sprung in den Erstligakader, mit 18 wechselte er nach Linz und wurde dort schon in seiner ersten Saison zum drittbesten Nachwuchsspieler der Liga gewählt. Den endgültigen Durchbruch schaffte er 2010: Er schoss 14 Tore selbst und bereitete 23 vor.

Gegen den Deutschland-Bezwinger Italien, als sich Österreich zu einem 3:2 mühte, traf Oberkofler doppelt: zum 1:0 und 3:1. Mit seiner Geschwindigkeit ließ er die Italiener immer wieder stehen. Die mitgereisten Fans auf der Tribüne hinter dem italienischen Tor sangen: "Oberkofler, Oberkofler, hey, hey." Kein Wunder, dass ihn die Veranstalter zum Spieler des Spiels wählten.

Gestern, beim 6:1 (5:0, 1:0, 0:1) gegen Holland war Oberkofler wieder einer der Besten. Im ersten Drittel, als Österreich die Niederländer schwindlig spielte, war er der überragende Mann. Er traf zum 4:0 und wurde nur von seinem Kapitän Thomas Koch übertroffen, der zwei Tore schoss. Danach ging Österreich vom Gas, verwaltete die Führung und sparte Kräfte für das letzte Turnierspiel am Sonntag gegen die deutsche Nationalmannschaft.

Die muss dann unbedingt in der regulären Spielzeit gewinnen, um sich für Sotschi zu qualifizieren. Die deutsche Abwehr hat bisher noch nicht überzeugt. Gegen Italien mussten die Deutschen gleich mehrere brenzlige Situationen überstehen, kassierten zwei Gegentore. Morgen werden sie konzentrierter zu Werke gehen müssen. Sonst singen sie wieder, die Österreicher.

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