Norweger Svindal gelingt grandiose WM-Abfahrt - Keppler verletzt

Eine beeindruckende Abfahrt, die den Ansprüchen einer Weltmeisterschaft absolut gerecht wurde, fand im Norweger Aksel Lund Svindal einen verdienten Champion. Der Ebinger Stephan Keppler hatte Probleme.

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Auf dem Sprung zur WM-Goldmedaille: Aksel Lund Svindal. Foto: dpa

Aksel Lund Svindal gilt in der Ski-Szene als bemerkenswert angenehm zurückhaltender Zeitgenosse. Da war es schon eine auffällige Reaktion des Norwegers, als er mit Startnummer 17 nach überstandener Abfahrt, die rechte Faust in den grauen Himmel stemmte. WM-Gold war zu dem Zeitpunkt noch gar nicht festgestanden, aber "ich habe mich einfach gefreut über meine Fahrt, weil ich nicht besser fahren kann."

Am Ende einer hochklassigen Abfahrt bei herausfordernden Bedingungen kamen Svindal, der Italiener Dominik Paris (der schon die Weltcup-Rennen in Kitzbühel und Bormio gewonnen hatte), und der überraschend starke Franzose David Poisson am nächsten.

Svindal bejubelte seine insgesamt elfte Medaille bei Großereignissen und schon am heutigen Montag könnte der 30-Jährige noch eins draufsetzen, da der Medaillenhamster bei der Super-Kombination der Titelverteidiger ist. Bei diesem Wettbewerb ist wie berichtet kein Deutscher gemeldet.

Kurz nach dem impulsiven Start aus dem Häuschen auf der Planai war für alle Läufer die Sicht gleichermaßen beeinträchtig durch Nebel, anschließend war nahezu alles Grau in Grau, die Skirennfahrer sprechen dann bei derart kontrastarmen Verhältnissen von "flachem Licht". Lauthals lachen musste Svindal, als er gefragt wurde, ob er einen Sicht-Vorteil hatte, weil in Norwegen doch zumeist solch schlechte Sicht herrsche. "Das höre ich zum ersten Mal", sagte der Allrounder aus dem hohen Norden über das "flache Licht".

Der Südtiroler Paris, ein schier unheimliches Kraftpaket, das jede Promi-Disco als Türsteher schmücken würde, freute sich derweil über Silber: "Ich war guter Dinge, aber, dass mir das so aufgeht, das hätte ich nicht gedacht", meinte er grinsend und musste zugeben, dass die Schussfahrt auf der Planai sogar für ihn "brutal kräfteraubend war". Selbst auf der "Streif" in Kitzbühel sei das längst nicht so, weil es dort "zwischendurch Gleitstücke zum Ausruhen gibt. Hier ist es von oben bis unten ein einziger Kampf." Den hatten die Gastgeber klar verloren. Seit 14 Speed-Wettbewerben warten sie nun bei Großereignissen auf eine Herren-Medaille, Klaus Kröll war als Vierter noch der Beste der Österreicher. Der rot-weiß-roten Logik folgend prasselte heftige Kritik auf die Austria-Asse ein. Die noch angenehmste: Gute Athleten holen gute Ergebnisse. Stars die Medaillen. Österreich sucht also den Superstar. Cheftrainer Mathias Berthold rang um Fassung: "Es ärgert mich irrsinnig, wenn man so gute Jungs hat, die es schon bewiesen haben, aber nichts dabei rauskommt." Dann sprach er Klartext: "Vierter zu werden, das ist kein Pech. Wir waren einfach zu langsam." Hannes Reichelt, einer seiner stärksten Trümpfe, schied nach einer Einlage, die eher an einen Skispringer erinnerte, aus.

Wie es funktionieren kann, zeigte der Überraschungsdritte Poisson: "Es war vielleicht für die anderen eine Überraschung, dass ich aufs Podest komme, aber nicht für mich", so der 30-Jährige. Sein Rezept: "Das Selbstbewusstsein war da."

An Selbstbewusstsein mangelt es generell eigentlich auch dem einzigen deutschen Starter, Stephan Keppler, nicht. Mutig stürzte er sich talwärts, dem Ebinger unterlief jedoch wieder einmal - wie so oft in dieser Saison - ein folgenschwerer Fehler, nur mit allergrößter Mühe konnte er einen Sturz verhindern und wurde als 24. gewertet. Seine akrobatische Einlage hatte Folgen für sein Knie. Eine Zerrung des Kreuzbandes und einen Knorpelschaden zog sich Keppler zu, damit droht er für den Heim-Weltcup in Garmisch auszufallen.

Nach der vorzeitigen Abreise des zweiten deutschen Speedfahrers, Tobias Stechert (SC Oberstdorf) sind die Perspektiven ein Jahr vor den Olympischen Winterspielen in Sotschi nicht verheißungsvoll.

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