Niederlage mit Folgen

Die 1:4-Niederlage gegen Tschechien kann für das Fed-Cup-Team üble Folgen haben. Im Kampf um den Verbleib in der Weltgruppe I drohen den ungesetzten deutschen Tennis-Spielerinnen schwere Aufgaben.

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Enttäuschte Gesichter bei Deutschlands Teamchefin Barbara Rittner (links) und Julia Görges. Foto: dpa

Barbara Rittners Gemütslage nach dem 1:4 im Fed Cup gegen Tschechien dürfte auch auf ihre Spielerinnen zutreffen. "Ich bin ziemlich leer im Kopf, traurig und enttäuscht", sagte die deutsche Teamchefin und musste dann erstmal tief Luft holen. Die fünf Partien haben auch bei der 38-Jährigen ihre Spuren hinterlassen. Trotzdem werde sie Stuttgart mit einem guten Gefühl verlassen.

Das dürfte aber nicht lange anhalten, denn in den Playoffs um den Verbleib in der Tennis-Weltgruppe I warten schwere Gegner - es droht der Abstieg in die Zweitklassigkeit. Die vier Verlierer der Erstrundenpartien im Fed Cup (Deutschland, Spanien, Belgien, Ukraine) und die vier Sieger der Spiele der Weltgruppe II (USA, Japan, Slowakei, Australien) kämpfen am 21. und 22. April um vier Plätze in der Erstklassigkeit.

Von diesen acht Teams sind die besten vier der Weltrangliste gesetzt und können nicht aufeinandertreffen. Deutschland gehört als Nummer neun der Welt nicht dazu, wird es also mit den USA (4), Belgien (6), Spanien (7) oder Australien (8) zu tun bekommen. "Jetzt hoffe ich, dass wir in der Relegation das Quäntchen Glück haben", sagte Barbara Rittner in Stuttgart.

Aber egal gegen wenn es geht, es wird ein hartes Stück Arbeit werden. Der Gang in die Weltgruppe II wäre ein heftiger Rückschlag für das deutsche Fed-Cup-Team, das mit hohen Ambitionen in die Partie gegen den Titelverteidiger Tschechien gegangen war. Vom dritten Fed-Cup-Sieg nach 1987 und 1992 war sogar die Rede gewesen. Das beste Team seit 15 Jahren hatte der Deutsche Tennis Bund (DTB) aufgeboten - und das, obwohl Andrea Petkovic, Zehnte der Weltrangliste und damit Deutschlands beste Spielerin, verletzt fehlte. Doch Petra Kvitova und Co. waren zu stark.

Da war das Lob von Petr Pala kein Trost. "Das deutsche Team hat eine große Zukunft, alle Spielerinnen haben viel Potenzial", sagte der tschechische Teamchef. Barbara Rittner war trotz der Enttäuschung über das bittere Aus auf "ihre Mädels stolz". "Man hat gesehen, dass sie so viel Potenzial haben - nicht nur spielerisch, sondern auch, um die Zuschauer zu begeistern", sagte sie. In der Tat herrschte in der Stuttgarter Porsche Arena während den ersten drei Spielen, als nichts entschieden war, eine super Stimmung.

Dass dem deutschen Team nun die Zweitklassigkeit droht, passt Barbara Rittner gar nicht. Nur acht Teams gehören zur Weltgruppe I - für Rittner, Pala und die anderen Teamkapitäne zu wenig. "Wir hatten ein Meeting und waren alle der Meinung, dass 16 Teams wie im Davis Cup besser wären", sagte Barbara Rittner. Sie werde eine Aufstockung bei der Internationalen Tennis Federation (ITF) noch einmal ansprechen. Doch so schnell wird sich daran wohl nichts ändern.

In den vergangen Jahren ging es für Deutschland immer wieder auf und ab. Ein Umstand, den man dieses Jahr eigentlich vermeiden wollte. "Ich weiß, dass wir eine Fahrstuhlmannschaft sind. Aber wir haben die Qualität und gehören definitiv in die Weltgruppe I", hatte die deutsche Teamchefin vor der Tschechien-Partie gesagt. Nach dem Wochenende in Stuttgart bleibt ihr nichts anderes übrig, als zu versprechen: "Wir geben alles, damit wir in der Weltgruppe I bleiben."

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