Loch überholt "Hackl-Schorsch"

Vier Rennen, vier WM-Titel: Ein Jahr vor dem großen Ziel Olympia haben die deutschen Rodler um Felix Loch bei der WM mächtig abgeräumt. Natalie Geisenberger und die Doppelsitzer fuhren Debütsiege ein.

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Felix Loch fährt von Sieg zu Sieg. Inzwischen jagt der 23-Jährige schon die Rekorde von Rodel-Legende Georg Hackl. Foto: dpa

Nach dem unglaublichen WM-Goldrausch sprach Rodel-Überflieger Felix Loch seinen Weltmeister-Kollegen aus der Seele. "Das ist einer der besten Tage in meinem Leben", schwärmte der 23-Jährige angesichts des perfekten WM-Auftritts der deutschen Kufen-Asse am Wochenende im kanadischen Whistler. Loch überholte mit seinem vierten Coup Altmeister Georg Hackl.

"Wenn ich böse wäre, könnte ich sagen, dass ich Schorsch Hackl mit der Anzahl der WM-Titel übertrumpft habe", sagte der Olympiasieger und rechnete nach seiner Titelverteidigung bei der WM auf seiner Gold-Bahn im kanadischen Whistler fast ein wenig genüsslich vor. "Aber darum geht es ja gar nicht."

Wenn alles nach Plan läuft, könnte Loch schon in fünf Jahren bei den Winterspielen 2018 wie sein Vorbild Hackl drei Olympiasiege zu Buche stehen haben - und möglicherweise zwei in der neuen Team-Staffel obendrauf. Und Loch hat mit seinen 23 Jahren noch viel Zeit für neue Bestmarken.

Debütsiege durften in Whistler Natalie Geisenberger und die Doppelsitzer Tobias Wendl und Tobias Arlt feiern. Außerdem holte die Weltmeister-Riege auch noch den Sieg in der künftig olympischen Team-Staffel.

Als das bayerische Quartett beim Feuerwerk über dem Abendhimmel von Whistler seinen perfekten WM-Auftritt genoss, durften die Verantwortlichen rundum zufrieden Bilanz ziehen. "Unser Team ist eine sensationelle WM gefahren", befand Sportdirektor Thomas Schwab vom Bob- und Schlittenverband für Deutschland (BSD). Und Bundestrainer Norbert Loch, sonst nicht gerade für überschwängliches Lob bekannt, sagte: "Es ist phänomenal, was die gesamte Mannschaft geleistet hat. Da fehlen mir fast die Worte."

Tatsächlich dürfte der unwiderstehliche WM-Auftritt der deutschen Rodler der ausländischen Konkurrenz mit Blick auf Olympia 2014 mächtig Kopfzerbrechen bereiten. Nicht nur alle Siege heimsten Lochs Schützlinge ein, zudem verbuchten die BSD-Asse auf der Olympia-Bahn von 2010 auch noch acht von zehn möglichen Podestplätzen. Viel besser geht es kaum.

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