KOMMENTAR: Den Schlauen auf der Spur

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Wer dominieren will in der Weltklasse, muss dopen. So schlicht lautet die schlimme Formel, auf die Fälle wie Lance Armstrong oder die jetzt nachträglich überführten Leichtathletik-Weltmeister von 2005 den Spitzensport zu reduzieren drohen. Als zweite Maxime gilt: Wer dopen will, muss den Testlaboren um mindestens einen Schritt voraus sein.

Das alles haben Armstrong und viele andere im Radsport ebenso beherzigt wie in der Leichtathletik beispielsweise US-Sprinterin Marion Jones oder die als Doper nun ebenfalls nachträglich aufgeflogenen Kraftsportler aus dem Osten.

Waren einst Wettkämpfe absolviert, Proben analysiert, aber nichts entdeckt, weil Testmethoden mit dem Erfindungsreichtum von Sportbetrügern nicht Schritt halten konnten, hatten alle ihre Medaillen und Prämien in Sicherheit. Wie oft derart unredlich die Konkurrenz ausgestochen und die eigene Karriere befeuert wurde? Unvorstellbar.

Erst seit die Proben zumeist acht Jahre lang eingefroren werden, hat die Fahndung eine neue Qualität. Doping-Sünder können auch viel später noch entlarvt werden, sobald die Tests verfeinert genug sind. Das hat sich jetzt besonders eindrucksvoll gezeigt und besitzt zweifellos einen abschreckenden Charakter. Früher war, wer erwischt wurde, oft zu dumm zum Dopen. Heute kommt man Schlauen auf die Schliche.

Was die Leichtathletik im Speziellen angeht, handelt es sich nicht nur um die olympische Kernsportart. Sie hat, nach schlechten Erfahrungen ernstlich um Glaubwürdigkeit bemüht, auch die Führungsrolle im Anti-Doping-Kampf übernommen. Andere Sportverbände sollten sich daran ein Beispiel nehmen.

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