KOMMENTAR · VIDEOBEWEIS: Kein Allheilmittel

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Es klingt verlockend. Fifa-Präsident Joseph Blatter kündigte nach der Fußball-EM an, technische Hilfsmittel zur Klärung der Frage zuzulassen, ob Tor oder nicht. Spieler und Funktionäre atmeten auf. Lästige und endlose Diskussionen sollen so endlich ein Ende finden.

Doch die Olympischen Spiele in London zeigen, dass der Videobeweis nicht immer zu einer eindeutigen Klärung führt. Beim 0:0 der deutschen Hockeydamen gegen Neuseeland wurden zwei Treffer des DHB-Team nach der Studie der Fernsehbilder nicht gegeben. Dabei gab die Schiedsrichterin beim vermeintlichen ersten Treffer noch auf dem Feld zu, dass sie sich nicht sicher sei - und entschied sich trotzdem dafür, dass es kein Tor war.

Am Tag zuvor hatte es die deutschen Fechter erwischt. Für den Laien ist sowieso kaum zu erkennen, wer wann einen Treffer landet - für die Profis offensichtlich auch nicht. Peter Joppich hatte im Halbfinale gegen Japan zwei scheinbar entscheidende Treffer für den Finaleinzug gelandet - beides Mal entschied der südkoreanische Videorichter anders. Bei der dritten strittigen Entscheidung gab er Japan den Punkt. Statt Silber sicher zu haben, musste Deutschland um Bronze fechten - und vermutete eine Retourkutsche für das Aus der südkoreanischen Fechterin Shin A Lam, die nach Analyse der Videobilder gegen Britta Heidemann verlor - ebenfalls sehr umstritten.

Trotzdem ist der Videobeweis eine sinnvolle Hilfe, um krasse Fehlentscheidungen zu vermeiden. Olympia zeigt jedoch, dass sämtliche strittigen Entscheidungen nicht geklärt werden können. Für Diskussionsstoff am Stammtisch ist somit weiter gesorgt.

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