Kohlschreiber und Struff verlieren

Dem deutschen Davis-Cup-Team kann nur noch ein kleines Tennis-Wunder helfen. Nach den beiden Niederlagen von Jan-Lennard Struff und Philipp Kohlschreiber liegen die Gastgeber gegen Frankreich zurück.

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Der gesundheitlich angeschlagene Philipp Kohlschreiber hatte im Davis-Cup-Match gegen Gael Monfils keine Chance.  Foto: 

Dem deutschen Davis-Cup-Team droht der bittere Gang in die Abstiegsrelegation. Im Erstrundenduell mit Frankreich liegt die Mannschaft des neuen Kapitäns Michael Kohlmann nach dem ersten Tag mit 0:2 zurück und muss damit die restlichen drei Partien gegen den Vorjahresfinalisten gewinnen, um doch noch wie im Vorjahr den Sprung ins Viertelfinale zu schaffen - ein wohl aussichtsloses Unterfangen. Bislang sind Benjamin Becker und Andre Begemann für die heutige dritte Partie (13 Uhr/Sat 1 Gold) vorgesehen. Am Sonntag (ab 12.45 Uhr) geht es weiter.

In der voll besetzten Frankfurter Fraport Arena verpasste Debütant Jan-Lennard Struff zunächst eine Überraschung gegen den französischen Spitzenspieler Gilles Simon nur hauchdünn. Struff musste sich trotz starker Leistung nach fast viereinhalb Stunden mit 6:7 (4:7), 6:2, 7:6 (7:1), 2:6, 8:10 geschlagen geben.

Danach stand Kohlschreiber gegen Gael Monfils auf verlorenem Posten. Die gesundheitlich noch angeschlagene Nummer eins unterlag dem Tennis-Exzentriker mit 4:6, 5:7, 6:7 (4:7). Kohlschreiber versuchte gegen Monfils alles. Dem Augsburger waren die Nachwirkungen seiner fiebrigen Erkältung aber anzumerken. "Ich habe nicht mein bestes Match gezeigt, das brauchst du aber, um gegen einen so guten Spieler zu gewinnen", sagte er.

Bis zuletzt hatte der Einsatz des 31-Jährigen sogar noch auf der Kippe gestanden. Nach den Vorkommnissen im vergangenen Jahr, als Kohlschreiber gegen Spanien am letzten Tag wie Tommy Haas und Florian Mayer beim Stand von 3:0 zum bedeutungslosen letzten Einzel nicht angetreten war und damit für einen Eklat gesorgt hatte, wollte der Bayer aber wohl nicht schon wieder für Unruhe sorgen. Schließlich hatten schon sein vom neuen Präsidium gefordertes Comeback und die damit einhergehende Trennung von Teamchef Carsten Arriens für viel Wirbel gesorgt.

Gegen den stark aufspielenden Monfils hatte Kohlschreiber nur im zweiten Satz eine Chance auf die Wende. Er zog auf 5:2 davon, verlor dann aber fünf Spiele in Serie und den Satz mit 5:7. "Der zweite Satz hat wehgetan. Er hat mir eine Chance gegeben, ich habe sie nicht genutzt", haderte der Bayer.

Struff hatte zuvor eines der besten Spiele seiner Karriere gezeigt. "Natürlich freu' ich mich, dass ich ein gutes Match gezeigt habe. Aber am Ende überwiegt ganz klar die Enttäuschung, dass ich die Partie verloren habe", sagte Struff nach dem Marathon-Match.

Struff, der etwas überraschend den Vorzug vor Becker erhalten hatte, zeigte von Anfang an eine couragierte Leistung. Von Nervosität war beim Sauerländer kaum etwas zu spüren. "Schade, dass ich den Schwung des gewonnenen dritten Satzes nicht mitnehmen konnte." Im entscheidenden Durchgang war der Warsteiner dann aber wieder voll da. Beim Stand von 7:7 war Struff nur zwei Punkte vom Matchgewinn entfernt, wenig später musste er sich aber doch geschlagen geben.

Beim DTB kehrt keine Ruhe ein

Abwahlantrag Beim Deutschen Tennis-Bund (DTB) kehrt keine Ruhe ein. Selbst am Davis-Cup-Wochenende überlagern Querelen den Sport. Statt mit Haushaltsfragen soll sich die heute in Frankfurt stattfindende Mitgliederversammlung in erster Linie mit dem Abwahlantrag befassen, den Württembergs Verbandspräsident Ulrich Lange gegen DTB-Vizepräsident Dirk Hordorff gestellt hat. Helmut Schmidbauer, Vorsitzender des abstimmenden Bundesausschusses und Präsident des bayerischen Landesverbandes, möchte allerdings schon im Vorfeld der Mitgliederversammlung die Weichen dafür stellen, dass der Antrag von der Tagesordnung verschwindet. Bereits um acht Uhr früh tritt der Bundesausschuss in einer internen Sitzung zusammen, um Württemberg noch umzustimmen.

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