Kohlschreiber mag kein böser Bube sein

Philipp Kohlschreiber hat sich gegen seine Rolle als Buhmann im deutschen Davis-Cup-Team gewehrt: Er sei nicht schuld an der Ablösung des Teamchefs.

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"Der Ruhm ist falsch angebracht. Ich habe nichts mit der Ablösung des Teamchefs zu tun", sagte der Augsburger Tennisprofi Philipp Kohlschreiber in Frankfurt, wo die deutsche Mannschaft von Freitag bis Sonntag das Erstrundenspiel gegen Frankreich bestreitet. Der Fernsehsender Sat 1 Gold überträgt live. Los geht's am Freitag, 14 Uhr, mit dem Auftakteinzel.

Der 31-jährige Kohlschreiber war allerdings vom inzwischen ausgebooteten Carsten Arriens suspendiert worden, nachdem beide Seiten mehrmals aneinandergeraten waren. Der neue Kapitän Michael Kohlmann holte ihn aber ins Team zurück. "Das sind Personalentscheidungen des DTB, damit habe ich nichts zu tun, auch wenn man mir was andichten möchte", sagte Kohlschreiber. Auch den Vorwurf, er habe für seine Rückkehr in die deutsche Tennis-Auswahl Bedingungen gestellt, wies Kohlschreiber zurück. "Ich weiß nicht, was das für Bedingungen gewesen sein sollen, weil ich keine gestellt habe", sagte Kohlschreiber, Nummer 28 der Tennis-Welt und deutsche Nummer eins.

Was dem Start gegen Frankreich angeht, gilt für Kohlschreiber: Obwohl er zuletzt Fieber hatte, soll er gegen den Vorjahresfinalisten nach Möglichkeit zwei Einzel und das Doppel bestreiten. "Ich bin zuversichtlich, dass ich bis Freitag wieder im Vollbesitz meiner Kräfte bin", sagte er. Als zweite Einzelspieler kommen Benjamin Becker und Jan-Lennard Struff infrage.

Insgesamt erwartet Michael Kohlmann eine enge Partie. "Wir sind dieses Mal näher dran als vor einem Jahr", sagte der 41-Jährige. 2014 hatte Deutschland im Viertelfinale in Nancy nach einer 2:0-Führung noch mit 2:3 verloren, "Ich denke, wir haben in jedem Spiel unsere Chancen. Die müssen wir dann aber auch nutzen."

Bei den Franzosen sind Gilles Simon und Gael Monfils für die Einzel vorgesehen. "Deutschland ist dieses Mal kompletter als beim letztenMal. Wir wissen, dass es sehr schwer wird", sagte der französische Teamchef Arnaud Clément.

Kohlschreiber hat derweil im Rückblick auf den schmachvollen Auftritt in Frankfurt vor einem Jahr erstmals Reue gezeigt: "Jetzt mit dem, was alles passiert ist und wie schwerwiegend die Entscheidung war, müsste man noch mal in sich gehen und alles überdenken." Im Erstrundenspiel gegen Spanien waren im Februar 2014 beim Stand von 3:0 Kohlschreiber, Tommy Haas und Florian Mayer zum bedeutungslosen letzten Einzel nicht mehr angetreten und hatten sich den Unmut der Fans zugezogen.

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