Kerber und Haas frustriert

Die beiden deutschen Hoffnungsträger Angelique Kerber und Tommy Haas mussten New York unverrichteter Dinge verlassen. Nach dem vorzeitigen Ausscheiden bei den US Open herrscht Ernüchterung.

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Tränen nach dem Aus: Angelique Kerber hatte sich mehr erhofft. Foto: dpa

Nach ihrem überraschenden K.o. bei den US Open hatte man die beiden deutschen Hoffnungsträger Angelique Kerber und Tommy Haas in den kleinen Interviewraum abgeschoben. Die große Bühne von New York gehört anderen, wenn es in der zweiten Turnierwoche um Pokale und Millionen-Preisgelder geht. Doch während Kerber trotz ihrer verweinten Augen und des verpassten Viertelfinales zumindest einen Funken Zuversicht erkennen ließ, wirkte Haas nach dem unerwarteten Drittrunden-Aus bei einem seiner Lieblingsturniere völlig frustriert. "Wer weiß, ob das mein letztes Match bei den US Open war", sagte der 35-Jährige.

Doch schnell wurde klar, dass Haas nach seiner 16. Turnierteilnahme im Big Apple nicht etwa an Rücktritt dachte. Er war einfach nur restlos bedient. "Ich hatte kein Selbstvertrauen in meine Schläge und war immer einen halben Schritt zu langsam. Das war eine Katastrophe. Ich werde jetzt ein bisschen Ferien machen, um das zu verdauen", erklärte der an Position zwölf gesetzte Publikumsliebling nach dem 3:6, 2:6, 6:2, 3:6 gegen Mihail Juschni (Russland/Nr. 21).

Dem ältesten Hauptfeld-Teilnehmer der diesjährigen US Open bereitete sein fortschreitendes Alter zunehmend Probleme. Gegen Juschni schmerzte die mehrfach operierte Schulter, dazu saß das Tape am Fuß nicht richtig. Zu allem Überfluss bekam der dreimalige Flushing-Meadows-Viertelfinalist im vierten Satz wegen des Flutlichts Kopfweh. "Das hat vielleicht mit dem Alter zu tun. Dabei habe ich die Nachtmatches doch immer gemocht", sagte der München-Sieger.

Kerber, US-Open-Halbfinalistin von 2011, schien zunächst untröstlich. Zwei Punkte fehlten der deutschen Nummer eins letztlich zu ihrer ersten Viertelfinalteilnahme bei einem Grand-Slam-Turnier in diesem Jahr. Mit 4:2 beziehungsweise 6:5 hatte die Weltranglistenneunte im dritten Satz des Achtelfinales gegen Carla Suarez Navarro (Spanien/Nr. 18) bereits geführt. Den Sack zumachen, wie sie es in so vielen Matches in ihrer Traumsaison 2012 getan hatte, das konnte Kerber in der 2:41 Stunden langen Partie bei schwülwarmen Bedingungen aber dann nicht. "Das ist halt New York. Es ist hart, die Enttäuschung ist groß. Wir sind beide an unsere Grenzen gegangen", sagte die 25-Jährige nach dem 6:4, 3:6, 6:7 (3:7). Nach dem letzten Major-Turnier des Jahres blickte Kerber mit ein bisschen Abstand dann doch wieder zuversichtlich in die Zukunft.

Enttäuschte Amerikaner
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