Junge deutsche Fechter müssen ins kalte Wasser

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Der deutsche Fechter Peter Joppich ist Botschafter bei der Heim-WM in Leipzig. Foto: Patrick Seeger  Foto: 

Sportdirektor Sven Ressel gibt für die Heim-Weltmeisterschaften vom 19. bis 26. Juli in Leipzig zwei Prioritäten vor.

„Zum einen werfen wir einige junge Fechterinnen und Fechter ins kalte Wasser.“ Acht der 24 Deutschen sind WM-Debütanten. „Auf die freue ich mich ganz besonders. Sie bringen neuen Schwung mit“, sagte Ressel der Deutschen Presse-Agentur.

Die Erfahrenen wie der viermalige Einzel-Florettweltmeister Peter Joppich oder Säbel-Europameister Max Hartung schauen schon jetzt auf Olympia 2020 in Tokio - das ist die andere und aktuell wohl wichtigere Priorität Ressels.

Nach den medaillenlosen Spielen 2016 in Rio de Janeiro, den ersten für den Deutschen Fechter-Bund seit den Boykott-Spielen von Moskau 1980, blicken Ressel und DFeB-Chefin Claudia Bokel in die Zukunft. Und die soll, wen wundert's, besser sein. Druck auf die Jungen soll dabei nicht ausgeübt werden.

Stattdessen sollen sie eines tun, auch schon in Leipzig. „Sie sollen Erfahrungen sammeln“, sagte Ressel. Dabei dürften sie gern überraschen. Dass Zeit, Geduld und ein hoher Aufwand gefragt sind, ist logisch. Denn ein Top-Star wie Peking-Olympiasiegerin Britta Heidemann ist nicht en passant zu ersetzen. Ressel: „Der Weg ist noch sehr lang. Wir dürfen uns nicht nervös machen lassen, wenn der nächste Schritt noch sehr klein sein sollte.“

Bei der EM in Juni in Tiflis gab es durch Hartung, Degen-Frau Alexandra Ndolo und das weibliche Florett-Team Gold, Silber und Bronze. Das macht Mut. Und Ressel zeigt sich überzeugt davon, dass der einst so erfolgsverwöhnte Verband den richtigen Weg eingeschlagen hat. Dennoch war das Europa-Championat in Georgien für ihn lediglich ein kleiner Schritt in die richtige Richtung.

Gibt es Medaillenvorgaben für Leipzig? Nein, meinte Ressel. „Das steht nicht im Fokus.“ Wichtiger sind für ihn beherztes Auftreten, Tatendrang, das Nutzen sich bietender Chancen. „Die Parole muss lauten: Treffer setzen und nicht Treffer vermeiden.“ Gelingt das schon jetzt in der Sachsen-Metropole, hat Ressel Hoffnung: „Ohne Medaille wollen wir die Heim-WM definitiv nicht verlassen.“

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