Intensive Aufarbeitung des Falls Franke

Die Olympia-Stützpunkte könnten laut DOSB mehr in die Pflicht genommen werden. Athleten sind bestürzt und gehen in die Offensive.

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Aufgeschreckt vom bedrohlichen Ausmaß der staatsanwaltlichen Ermittlungen gegen den umstrittenen Sportmediziner Andreas Franke erwägt der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) eine Verschärfung der Förderauflagen für seine Olympiastützpunkte.

"Nach dem Abschluss der Untersuchungen wäre es ein denkbarer Schritt, dass wir einerseits die Ärzte an den Olympiastützpunkten noch stärker in die Pflicht nehmen und andererseits bei den zuständigen Organisationen der Ärzte dafür werben, die schwarzen Schafe auch mit berufsrechtlichen Sanktionen zu belegen", sagte DOSB-Präsident Thomas Bach. Am Rande des DOSB-Neujahrsempfangs in Frankfurt verlieh Bach zugleich seiner Hoffnung Ausdruck, dass es zu einer intensiven Aufarbeitung der Causa Franke kommt. "Wir vertrauen darauf, dass die zuständigen Justizbehörden und die Nada diese Fragen zügig und umfassend aufklären, so dass bald möglichst alles auf dem Tisch liegt und die nötigen Konsequenzen gezogen sowie gegebenenfalls die Verantwortlichen sanktioniert werden können", erklärte Bach.

Allerdings wird kontrovers diskutiert, ob die UV-Bestrahlung des Blutes von 30 Sportlern durch Franke zum Zeitpunkt der Durchführung strafbar war oder es sich damals eher um ein zwar umstrittenes, aber legales Verfahren handelte, mit dem der Mediziner gutes Geld verdient hat (wir berichteten).

Die Veröffentlichung der Liste von Sportlern, die bei Franke in Behandlung waren, bezeichnete Radsportler Marcel Kittel als den "so ziemlich schlimmsten Tag" in seinem Leben. Es habe ihm "sehr weh getan", seinen Namen in der ARD-Sportschau zu lesen - "vor wahrscheinlich Millionen von Leuten". Der ebenfalls genannte Nils Schumann war ähnlich erschüttert. "Ich bin mir sicher, in meiner Karriere nichts Verbotenes getan zu haben", sagte der 800-Meter-Olympiasieger von 2000. "Ich bin erschrocken, wie da mit Schicksalen gespielt und was da hochgekocht wird. Ich behalte mir deshalb auch vor, mit einem Rechtsanwalt gegen die ARD vorzugehen", erklärte Schumann.

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