Höfl-Riesch ein letztes Mal gefordert

Letzter Vorhang für die Frauen bei der Ski-WM in Schladming: Maria Höfl-Riesch gehört heute im Spezialslalom zum Favoritenkreis, auf die blutjunge Amerikanerin Mikaela Shiffrin gilt es, zu achten.

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In der Ski-Szene gibt es wenige Alleskönner, die geradezu jede der fünf Disziplinen gleichermaßen beherrschen. Der Norweger Aksel Lund Svindal zum Beispiel ist eine solche Ausnahme-Erscheinung und geht trotz des für ihn strammen Programms bei einer WM jedes Mal hochmotiviert an den Start: "Ja, mich freut das. Ich sehe mich da gegenüber den Spezialisten in einer besseren Position", sagt der Medaillenhamster aus Skandinavien. Die Spezialisten hätten nur eine, maximal zwei Chancen - "ich habe gleich mehrere Möglichkeiten, Medaillen zu gewinnen, das spornt an."

Wenn Maria Höfl-Riesch heute (10/13.30 Uhr - ZDF und Eurosport) beim Slalom der Damen den letzten Auftritt in Schladming hat, dann hört es sich bei der Allrounderin aus Garmisch-Partenkirchen anders an. Müde, ausgelaugt sei sie, "der Kopf macht viel aus, der trägt mich weiter". Die dreifache Medaillengewinnerin bei dieser WM verzichtete auf ein paar Trainingseinheiten, die sie früher durchgezogen hätte. Mit der Routine, die sie mittlerweile als Slalom-Weltmeisterin (2009) und Slalom-Olympiasiegerin (2010) in der Carving-Hatz durch den Stangenwald hat, scheint sie für heute dennoch gerüstet zu sein.

Vor wenigen Wintern war der Damen-Slalom noch die beste deutsche Disziplin. Überraschenderweise kann der Deutsche Ski-Verband heute nicht einmal das volle Kontingent der vier Startplätze besetzen. Neben Maria Höfl-Riesch sind nur noch Lena Dürr und Christina Geiger am Start.

Bei der Oberstdorferin, mittlerweile 23 Jahre, wartet man immer noch auf die Bestätigung ihres Junioren-WM-Triumphs von 2010, als sie eben im Slalom Gold gewonnen hatte. Viele erkennen zwar ihre souveräne Technik an, aber Tina schafft es äußerst selten, konstant zwei saubere Läufe in Folge runter zu bringen.

Gespannt darf man auch auf die Rückkehr der Titelverteidigerin Marlies Schild sein. Die Österreicherin, die sich kurz vor Weihnachten im schwedischen Are einen Innenbandriss im Knie zugezogen hatte, hat sich zurückgemeldet: "Der Start ist ein Geschenk", sagt die zweitbeste Slalom-Fahrerin der Weltcup-Geschichte. In Österreich wird die Schnellgenesung gar als "Sensation" bezeichnet.

Besonderes Augenmerk gilt allerdings einer 17-Jährigen: Sie heißt Mikaela Shiffrin, hat in diesem Winter drei Weltcup-Slalomrennen gewonnen und könnte der USA eine weitere Medaille bescheren. Es gibt zahlreiche Insider, zum Beispiel Maria Höfl-Riesch, welche die wieselflinke Blondine aus Vail/Colorado sogar als "Jahrhunderttalent" bezeichnen. Das 65-Kilo-Leichtgewicht beherrscht die Carving-Technik zwischen den eng gesetzten Stangen nahezu spielerisch leicht.

Die nächste Ski-WM 2015 findet dann in ihrer Heimat in Colorado statt. Da könnte ihr Stern dann in ihrer Parade-Disziplin bereits richtig kräftig leuchten - obwohl Shiffrin dann erst 19 Jahre ist. Eben dort will die US-Amerikanerin Lindsey Vonn, wie Höfl-Riesch eine Vielfahrerin, ihre Karriere beenden. Vor diesem Generationen-Wechsel im US-Team steht heute für die Damen der WM-Abschluss an und nächstes Jahr die Olympischen Winterspiele im russischen Sotschi. Dieses Ereignis hat Höfl-Riesch einmal als "mögliches Karriere-Ende" genannt. Bis dahin heißts bei aller Müdigkeit: Kämpfen.

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