Historische Chance vergeben

Wochenende der verpassten Gelegenheiten. Christian Neureuther und Fritz Dopfer vergaben den ersten deutschen Riesenslalom-Weltcupsieg seit 40 Jahren. Maria Höfl-Riesch verpasste ihren 25. Triumph.

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Maria Höfl-Riesch landete im Kombinations-Slalom statt auf dem Siegerpodest auf dem Hosenboden - und war entsprechend sauer. Foto: dpa

Felix Neureuther und Fritz Dopfer vergaben die große Chance auf einen historischen Triumph, Maria Höfl-Riesch fuhr gleich zweimal knapp an ihrem 25. Weltcup-Sieg vorbei: Eine Woche nach der erfolgreichen WM in Schladming erlebten die deutschen Ski-Rennläufer ein Wochenende der verpassten Gelegenheiten.

Höfl-Riesch konnte im französischen Meribel mit Platz zwei in der Abfahrt immerhin noch ihre dritte Podestplatzierung einfahren, scheiterte aber in der Super-Kombi, in der sie bei der WM noch Gold gewonnen hatte. "Es ist echt hart, wenn du am Ende eines so langen Tages mit null Punkten dastehst", sagte sie. Mit einem Sieg in diesem Rennen sicherte sich Tina Maze (Slowenien) vorzeitig den Gesamtweltcup.

Neureuther und Dopfer konnten derweil in Garmisch-Partenkirchen die Gunst der Stunde nicht zum ersten deutschen Riesenslalom-Sieg im Weltcup seit 40 Jahren nutzen. Während Dopfer, nach dem ersten Lauf Dritter, bei einem Sturz am vierten Tor eine Schienbeinprellung erlitt, wurde Neureuther Zwölfter. Dabei hatte der Vize-Weltmeister im Slalom vor dem Finale sogar geführt. Dort unterlief ihm, auf Kurs Bestzeit liegend, "ein kleiner, blöder Fehler", wie er sagte. Der Sieg ging an Alexis Pinturault (Frankreich), Neureuther schlug im Ziel verärgert seinen Skistock auf eine Werbebande. Dass Tina Turner für ihn "Simply the best" sang, klang in seinen Ohren wie Hohn. "Das schmerzt sehr", sagte er. Rang neun von Josef Ferstl in der Abfahrt beim Sieg des Südtirolers Christof Innerhofer blieb so die beste Platzierung eines Deutschen in "GAP".

Trost fand Neureuther bei Max Rieger. Der 66-Jährige, ein Freund der Familie Neureuther, hatte am 2. März 1973 in Mont St. Anne bei Quebec/Kanada den einzigen deutschen Riesenslalom-Sieg im Weltcup geholt. Als er erfuhr, dass Neureuther und Dopfer sich anschickten, ihm nachzufolgen, setzte er sich in Mittenwald ins Auto und fuhr die 20 Kilometer nach Garmisch. Doch statt des erhofften Sieges erlebten er und die 5000 Zuschauer ein sportliches Drama.

Erst fädelte Dopfer ein, sein linkes Bein wurde dabei nach hinten gerissen, er knallte mit Rücken und Hinterkopf auf die harte Piste. Im Zielraum schrien die Menschen auf. Dopfer rappelte sich bald auf, in die Klinik musste er dennoch: Diagnose Schienbeinprellung.

Dann fuhr Pinturault die Bestzeit. Neureuther bekam all das im Starthaus mit, eine Rolle habe es aber nicht gespielt. Stattdessen attackierte er voll. Bei der vorletzten Zwischenzeit lag er noch gleichauf mit Pinturault. Dann der Fehler. "Eine blödere Stelle hätte ich nicht erwischen können", sagte er. Das Malheur unterlief ihm just vor dem Flachstück, das Tempo fehlte ihm nun komplett. 2,47 Sekunden lag er letztlich hinter der Spitze. Drei Ränge hinter ihm freute sich Benedikt Staubitzer (22) aus Mittenwald (2,62) als 15. über seine ersten Weltcup-Punkte.

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