Gold-Lauf zum Genießen

Das war schon eine Leistung der Extra-Klasse: Kombinierer Eric Frenzel verteidigte seine Führung nach einem Traumsprung auch über 10 km. Es war das erste Gold für die deutsche Mannschaft bei der WM.

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  • Überschwängliche Freude: Eric Frenzel holte gestern die ersehnte WM-Goldmedaille für Deutschland. Foto: dpa 1/2
    Überschwängliche Freude: Eric Frenzel holte gestern die ersehnte WM-Goldmedaille für Deutschland. Foto: dpa
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Söhnchen Philipp wedelte in seinem blauen Anorak fröhlich mit den Armen. Nicht weit von dem Sechsjährigen entfernt, vor dem Transparent mit der Aufschrift "Papa zieh", war auch Eric Frenzels Freundin Laura mitten im Fan-Club Geyer aus dem Häuschen. Zwei Jahre nach seinem Gold-Triumph bei der WM 2011 in Oslo eroberte der 24-Jährige aus dem Erzgebirge jetzt auch die begehrteste Medaille bei den Welttitelkämpfen in Val di Fiemme.

"Das war ein grandioser Tag, schon an der Schanze. Ich hab mich den ganzen Flug gefreut, dass es so weit runtergeht. Ich glaube, das war der beste Sprung, den ich je in meinem Leben gemacht habe", jubilierte der Sachse: "Beim Laufen habe ich das ab der dritten Runde genossen, das hab ich mir nicht mehr nehmen lassen."

Frenzels Partnerin und der gemeinsame Sohn - der Kombinierer war bereits im zarten Alter von 18 Vater geworden - waren erst am Vorabend im Trentino eingetroffen. Die Freundin war 2011 bei Frenzels Triumph in Oslo nicht dabei gewesen und hatte es zunächst auch diesmal als gutes Omen gesehen, wenn sie fernbliebe. Dann aber war ihr Liebster im Wettbewerb von der kleinen Schanze um 0,2 Sekunden an Bronze vorbeigeschrammt und im Teamwettbewerb an der Schanze gar auf Rang sechs geweht worden. Da reiste sie nach in die Dolomiten.

"Das war der Glücksbringer, der gefehlt hat. Ich habe gewusst, wo die beiden stehen an der Strecke, und ich freue mich, dass ich ihnen das heute zeigen konnte", sagte Frenzel. Der Sportsoldat (Stabsunteroffizier) hatte sich auf den letzten 300, 400 m der 10 km ein deutsches Fähnchen geschnappt und war fröhlich - mit Kusshändchen, Verbeugungen und einem Telemark - über die Ziellinie gefahren, wo er alsbald vom Jubelknäuel der Trainer und Skitechniker umringt war. In der Wachskabine floss später das Bier. 36,7 Sekunden hinter Frenzel gewann der Österreicher Bernhard Gruber Silber, weitere fünf Zehntel zurück der Franzose Jason Lamy Chappuis nach zweimal Gold die Bronzemedaille.

"Heute haben wir auch Tränen in den Augen, aber vor Freude. Eric hat an der Schanze eine Rakete gezündet. Und wie er das beim Laufen vorne gemacht hat mit den ganzen großen Namen im Nacken, das war toll", rühmte Bundestrainer Hermann Weinbuch seinen coolen Musterschüler.

Der hatte in Predazzo bei Aufwind einen grandiosen Flug auf 138,5 m hingelegt - der weiteste Sprung der Konkurrenz. Der Führende im Gesamtweltcup war deswegen als Erster auf die Skating-runde gegangen. Ruhig und zügig glitt er über die Strecke. "Eric elegantissimo", rief der Stadionsprecher bewundernd. Bei der Verfolgungsjagd waren sich die Konkurrenten ab der Hälfte der Strecke nicht richtig einig. So wurde der Lauf zu Gold für Frenzel zum reinen Genuss.

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