Glück und Pech am denkwürdigen 9.9.

In Monza fand der letzte Formel-1-Auftritt des Jahres auf europäischem Boden statt. In Sebastian Vettels Red-Bull-Team herrscht Frust. Mit Sergio Perez taucht mit Nachdruck ein großes Talent auf.

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Groß in Fahrt: Der Mexikaner Sergio Perez - erst 22 Jahre jung. Foto: dpa

Es gibt Tage, da geht gar nichts, aber schon überhaupt nichts zusammen - wer kennt das nicht? Der 9.9. war fürs gesamte Red-Bull-Team ein solch spezieller schwarzer Tag. Statt Aufholjagd in Monza eine frustrierende Nullnummer. Dass die Lichtmaschine in Sebastian Vettels Formel-1-Fahrzeug zum wiederholten Mal streikte, wird nicht besser dadurch, wenn Renault zum ebensovielten Male Besserung gelobt.

Gegen die derzeit dominanten McLaren um Sieger Lewis Hamilton und den WM-Führenden Fernando Alonso (Ferrari) scheint das Team des Weltmeisters aktuell chancenlos. Zwar sind noch sieben Rennen von Singapur in knapp zwei Wochen bis Brasilien am 25. November zu bestreiten, aber die Chancen schwinden kräftig angesichts der 39 Zähler Rückstand auf Alonso.

So verwunderte es keinen, dass der restlos bediente Teamchef Christian Horner nur noch irgendwie auf schnellstem Wege den Ort der Schmach verlassen wollte. So nahm der Brite Platz im Fond des Infiniti und sein Chauffeur versuchte den Weg durch die abertausend begeisterten italienischen Fans im "Königlichen Park" zu finden.

Der aufmerksame Leser ahnt es, passend zum Tage bog der Wagen aus dem Fahrerlager falsch ab - direkt in den Stau. Wer den Schaden hat, der bekommt den Spott bekanntlich noch gratis dazu. Prompt folgten die ersten Witze über die Unzuverlässigkeit des liegengebliebenen Vettel-Fahrzeugs:

"Warum wirft Red Bull jetzt seine Mechaniker raus und stellt stattdessen polnische Kräfte ein? Antwort: Weil sie die weltbesten Autoschieber sind."

Frust also bei der gesamten Red-Bull-Kolonne, helle Freude bei einem, den bislang gar niemand so recht auf der Rechnung hatte: Sergio Perez , dieser schnelle Mexikaner aus Guadalajara. Gerade einmal 22 Jahre jung zeigte er von Startplatz zwölf aus, wie dank toller Strategie und großem Können ein zweiter Rang herausspringen kann. Dass sich Perez auch noch Alonso kassiert hatte, brachte ihm große Bewunderung ein. Nun gilt es, in diesem Zusammenhang zu beachten: Perez sitzt in einem Fahrzeug des Sauber-Rennstalls, der auf Ferrari-Aggregate vertraut. Außerdem ist der talentierte Jungspund Mitglied der Ferrari-Akademie.

War sein bislang bestes Rennen quasi eine Bewerbung um das Cockpit des umstrittenen Felipe Massa? Davon wollte der WM-Neunte (noch) nichts wissen. "Ich kämpfe immer für das Team, bei dem ich unter Vertrag stehe", erklärte er, "dafür versuche ich stets, das Maximale herauszuholen - ob das nun gegen Fernando oder gegen Lewis ist."

Zuvor im belgischen Spa-Francorchamps war sein Höhenflug noch gestoppt worden, als er in aussichtsreicher Position schuldlos in den spektakulären Startunfall verwickelt gewesen war.

Das Formel-1-Rennen von Monza hat es wieder einmal knallhart vorgeführt: In dieser Branche gibt es nur wenige strahlende Sieger, einige Verlierer und mehrere im grauen Mittelmaß, was eigentlich der schlimmste Zustand ist - weil dann kaum jemand von einem Notiz nimmt.

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