Geschichtsträchtiges Finale

Im bislang längsten Grand-Slam-Finale besiegt Novak Djokovic bei den Australian Open Dauerrivale Rafael Nadal. Victoria Asarenka führt nach ihrem Turniersieg in Melbourne die Tennis-Weltrangliste an.

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Novak Djokovic und "Queen Victoria" Asarenka haben bei den Australian Open Geschichte geschrieben. Während Djokovic nach dem historischen Finale seine letzten Kräfte mobilisierte und sich das Hemd vom Leib riss, dankte die neue Nummer eins Asarenka nach ihrem ersten Grand-Slam-Coup ihrer Oma im fernen Weißrussland.

Djokovic posierte um 1:50 Uhr morgens wie ein Boxer nach dem Kampf seines Lebens. Nur kurz zuvor hatte der neue und alte Melbourne-Sieger von Krämpfen geplagt an der Grundlinie gelegen und alle Viere von sich gestreckt. Zwischen den Momenten im fünften Satz und dem Glücksgefühl nach dem längsten Finale in der Grand-Slam-Historie (5:53 Stunden) lagen dramatische Minuten, in denen der Serbe Djokovic und der Spanier Rafael Nadal Tennis-Geschichte schrieben.

Den Anfang der Siegerehrung verfolgten die beiden müden Helden der Nacht auf Stühlen sitzend. Dann schleppte sich Djokovic in einer lauen Sommernacht ans Mikrofon und präsentierte sich plötzlich hellwach. "Guten Morgen an alle. Wir beide haben heute Geschichte geschrieben. Leider konnte es nur einen Gewinner geben", sagte der Weltranglistenerste nach dem 5:7, 6:4, 6:2, 6:7 (5:7), 7:5 in Richtung Nadal, der sein "Djokovic-Trauma" nicht besiegen konnte.

Nadal präsentierte sich dennoch als fairer Verlierer. "Dieses Match werde ich nie vergessen, es war etwas ganz Spezielles. Aber Novak hat verdient gewonnen", meinte der French-Open-Sieger, der im entscheidenden Satz sogar mit 5:4 geführt hatte. Doch Djokovic breakte seinen Dauerrivalen wenig später zum vorentscheidenden 6:5.

Es war das längste Match in der Turniergeschichte der Australian Open. Allein der vierte Satz hatte 88 Minuten gedauert. Das bis dato längste Major-Finale hatte 1988 bei den US Open zwischen Sieger Mats Wilander und Ivan Lendl stattgefunden (4:54 Stunden).

Djokovic feierte in der Neuauflage des Wimbledon- und US-Open-Finals von 2011 seinen siebten Erfolg in Serie gegen Nadal. Der Weltranglistenerste ist damit erst der fünfte Profi, der drei Grand-Slam-Titel in Folge holen konnte. Dies war zuvor nur Roger Federer (Schweiz), Pete Sampras (USA), Rod Laver (Australien) und Nadal geglückt.

Nachdem sich einen Tag zuvor Asarenka gleich zwei Kronen auf einen Streich gesichert hatte, versagte ihr vor lauter Glück die Stimme. Die neue Nummer eins der Tennis-Welt und frischgebackene Gewinnerin der Australian-Open gluckste bei der Siegerehrung erst mehrfach ins Mikrofon, ehe sie die Botschaft in die weißrussische Heimat doch noch über die Lippen brachte: "Danke, Oma! Meine Großmutter ist der Mensch, der mich am meisten inspiriert hat. Ein Traum ist wahr geworden, und ihr habe ich zu verdanken, dass ich hier stehe", sagte die 22-jährige Asarenka nach dem 6:3, 6:0 im Final-Duell der "Schreihälse" gegen Maria Scharapowa (Russland).

Im März 2011 saß sie nach einigen bitteren Niederlagen mit ihrer Großmutter am Küchentisch und wollte ihre Laufbahn beenden. "Da hat meine Oma mir erzählt, wie hart sie ihr Leben lang arbeiten musste. Sie wollte mir damit wohl sagen: "Mädel, höre auf, dich zu beschweren und genieße dein privilegiertes Leben als Tennis-Profi", erzählte Asarenka über ihre 71-jährige Babuschka.

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