Mutko lehnt Rücktritt ab - Medwedew leugnet Staatsdoping

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  • Witali Mutko ist Russlands stellvertretender Ministerpräsident und Präsident des Russischen Fußballverbandes. Foto: Christian Charisius 1/2
    Witali Mutko ist Russlands stellvertretender Ministerpräsident und Präsident des Russischen Fußballverbandes. Foto: Christian Charisius Foto: 
  • Russland Ministerpräsident Dmitri Medwedew streitet organisiertes Doping weiter ab. Foto: Yekaterina Shtukina 2/2
    Russland Ministerpräsident Dmitri Medwedew streitet organisiertes Doping weiter ab. Foto: Yekaterina Shtukina Foto: 
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Die russische Führung hält ungeachtet der Strafen des Internationalen Olympischen Komitees im Dopingskandal konsequent die Linie des Leugnens. Vizeregierungschef Witali Mutko, Cheforganisator der Fußball-WM 2018, lehnt trotz seiner lebenslangen Olympia-Sperre einen Rücktritt ab.

Regierungschef Dmitri Medwedew hält das Vorgehen gegen den russischen Sport für politisch motiviert. Nach seiner Einschätzung soll das Unruhe vor der Präsidentenwahl im März schüren, bei der Kremlchef Wladimir Putin eine vierte Amtszeit anstrebt.

Im Doping-Skandal hatte das IOC am Dienstag Russland als organisierte Sportnation von den Winterspielen in Südkorea vom 9. bis 25. Februar ausgeschlossen. Nachweislich saubere russische Sportler dürfen unter olympischer Flagge in Pyeongchang antreten. Putin hat den Athleten die Teilnahme freigestellt und einen Boykott ausgeschlossen.

Mutko war Sportminister während der heimischen Winterspiele in Sotschi 2014, bei denen Russland nach IOC-Erkenntnissen systematisch betrogen hat. „Mögen andere Leute zurücktreten, aber ich bleibe bei den Sportlern“, sagte Mutko am Donnerstag in Moskau laut der Agentur TASS in einer ersten Reaktion auf die IOC-Entscheidung. Die lebenslange Sperre ändere nichts und habe keine Auswirkungen auf die Weltmeisterschaft.

Medwedew machte wie zuvor Putin klar, dass Russland nichts einzugestehen habe. „Wir können und wir werden nicht etwas zugeben, das auf fehlerhaften Schlussfolgerungen beruht“, sagte er in Moskau und kritisierte vor allem die Befunde der IOC-Kommission unter Vorsitz des ehemaligen Schweizer Bundespräsidenten Samuel Schmid. Die Schmid-Kommission hatte nach Belegen für eine staatliche Beteiligung am Doping gesucht.

Das sei eine „klare Lüge“, die sich nur auf Aussagen eines einzelnen, zweifelhaften Zeugen stütze, sagte der Ministerpräsident der Agentur Interfax zufolge. Gemeint war Grigori Rodschenkow, früher Leiter des Moskauer Anti-Doping-Labors. Er hat nach seiner Flucht in die USA das System offengelegt. Das russische Sportministerium war nach dem Schmid-Bericht bis hinauf zu Vizeminister Juri Nagornych verwickelt.

Das IOC begründete die lebenslange Olympia-Sperre für den zweimaligen Bob-Olympiasieger Alexander Subkow mit einer eindeutigen Beweislage. In dem am Donnerstag in Lausanne veröffentlichten Schriftsatz weist die IOC-Disziplinarkommission unter Leitung von Denis Oswald unter anderem auf Manipulationen der Probenbehälter und einen für einen Menschen unerklärlich hohen Salzgehalt im Urin hin.

Subkow stand nach Erkenntnissen der Kommission auch auf der sogenannten Dutchess-Liste derjenigen Athleten, die rund um die Winterspiele 2014 in Sotschi gedopt hätten. Der Sportler, heute Präsident des russischen Bobverbandes, weist die Anschuldigung zurück.

IOC-Mitteilung vom 27. November 2017

Stellungnahme Legkow

IOC-Mitteilung zum Fall Schubkow

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