Ex-DDR-Schwimmerin Sommer: „Wir waren Missbrauchsopfer“

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„Opfer“ des DDR-Dopingsystems: Die frühere DDR-Weltklasseschwimmerin Christiane Sommer. Foto: Andreas Altwein  Foto: 

40 Jahre nach ihrem Fabelweltrekord über 100 Meter Schmetterling hat die frühere Weltklasse-Schwimmerin Christiane Sommer das Dopingsystem im DDR-Sport erneut angeklagt.

„Heute weiß ich, ich war ein Versuchskaninchen, wir waren Versuchskaninchen. An uns wurden Medikamente getestet, die schwere Folgeschäden verursachten, ohne dass wir oder unsere Eltern das wussten“, sagte die heute 55-Jährige, die seit 1988 in Wien lebt, der österreichischen Zeitung „Der Standard“. „Sie haben uns süchtig gemacht“ sagte sie.

Als 14-Jährige habe sie gar nicht richtig verstanden, was Trainer und Ärzte mit ihr machten. „Friss oder stirb, das war die Devise. Wir waren Missbrauchsopfer, wir hatten keine Wahl“, sagte Christiane Sommer, die unter ihrem Mädchennamen Knacke am 28. August 1977 einen spektakulären Weltrekord aufstellte: In 59,78 Sekunden blieb sie als erste Frau der Welt unter einer Minute - im Alter von 15 Jahren und vier Monaten. „Ungefähr ein halbes Jahr zuvor hatte ich zum ersten Mal Oral-Turinabol bekommen, ein starkes Anabolikum“, schilderte Christiane Sommer.

1980 wurde sie in Moskau Olympia-Dritte über 100 Meter Schmetterling. Im Pilotprozeß um Doping im DDR-Sport sagte sie im April 1998 gegen den Sportmediziner Dieter Binus und ihren ebenfalls angeklagten Ex-Trainer Rolf Gläser aus.

Artikel zu Christiane Sommer im "Standard"

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