Ende einer elfmonatigen Durststrecke

Platz 21, Rang zwei - und zum Abschluss der ersehnte Sieg. Maria Höfl-Riesch feierte in St. Moritz überglücklich das Ende ihrer Durststrecke. Beim Heim-Weltcup in Garmisch schied derweil Stephan Keppler aus.

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Entspannt nach dem ersten Sieg seit 25 Weltcup-Rennen: Maria Höfl-Riesch lag in der Super-Kombination drei Hundertstel vor Lindsey Vonn. Foto: dpa

Maria Höfl-Riesch warf den Kopf in den Nacken und reckte siegreich den rechten Arm in die Höhe. Drei Hundertstel-Sekunden fehlten Freundin Lindsey Vonn in der Super-Kombination gestern beim Angriff auf die Bestzeit der deutschen Gesamtweltcupsiegerin. Erstmals nach elf Monaten und 25 Weltcup-Rennen schritt Höfl-Riesch wieder als Gewinnerin durch den Zielraum und nahm in St. Moritz erst einmal die an den Vortagen zweimal siegreiche Amerikanerin in den Arm.

"Gott sei Dank, der erste Sieg. Es ist natürlich eine riesengroße Erleichterung", sagte Höfl-Riesch, die zuletzt am 27. Februar 2011 in Are im Super-G gewonnen hatte. Vor dem gestrigen Sieg war sie am Wochenende in der Schweiz in der Kombination am Freitag 21. geworden, in der Abfahrt kam sie als Zweite auf das Podest.

Für den Weltcup am kommenden Wochenende in ihrer Heimat Garmisch-Partenkirchen dürfte das der Doppel-Olympiasiegerin viel Auftrieb geben. Die Männer konnten sich am WM-Ort des Vorjahres diesmal nicht wie erhofft präsentieren. Ein risikofreudiger Stephan Keppler schied beim Abschiedssieg von Didier Cuche auf der Kandahar aus, Andreas Sander wurde 21. Wegen dichten Nebels fiel gestern der Super-G aus.

Für die Top-Plätze sorgten die Damen in Person von Höfl-Riesch. Zwar zeigte sich auch Lena Dürr bei ihrer Kombi-Premiere gut in Schuss, aber nach Rang zehn im Super-G musste sie sich nach einem Beinahe-Aus im Slalom letztlich mit dem 25. Platz begnügen. Dagegen stockte Höfl-Riesch die Erfolgsbilanz auf. "Für die Maria war es mit den Platzierungen ein sehr gutes Wochenende. Wenn du Erste und Zweite wirst, gibt es gar nichts auszusetzen", sagte Alpin-Direktor Wolfgang Maier nach dem zweiten Sieg der deutschen Damen in diesem Winter.

"Ich bin sehr froh für Maria. Aber es wäre sehr schön für mich gewesen, wenn ich meinen 50. Sieg gefeiert hätte. Aber Maria war heute zu schnell", sagte die Amerikanerin. Der Jubiläums-Erfolg ist aber nur eine Frage der Zeit, denn in den Speeddisziplinen bleibt sie eine Klasse für sich. Auch die deutsche Doppel-Olympiasiegerin kommt immer besser in Fahrt. Die Formkurve der vergangenen Wochen zeigte insgesamt nach oben und nun glückte ihr das, was angesichts der Dominanz von Vonn (Abfahrt/Super-G) und Marlies Schild (Slalom) so schwierig schien.

1,42 Sekunden Rückstand bedeuteten in der Schweiz Platz zwei in der Abfahrt. In Garmisch-Partenkirchen hätte das auf der wegen Nebels verkürzten Kandahar-Schussfahrt nicht einmal für Punkte gereicht. Wie vor einer Woche in Kitzbühel war Cuche zu schnell für die Konkurrenz. Er siegte vor Weltmeister Erik Guay (Kanada). Vor einem Jahr freuten sich der Deutsche Skiverband und Garmisch-Partenkirchen über die mit "Festspiele im Schnee" titulierte WM. Nun steht die Zukunft des Weltcups dort infrage. Es geht um Geld und darum, wie Leistungssport und Tourismus nebeneinander funktionieren. "Die Grundproblematik ist, sind wir am Hang Störfaktor oder sind wir gern gekommene Gäste, die eine klare Marketingbotschaft nach außen tragen", so Alfons Hörmann, Präsident des Deutschen Skiverbandes.ST. MORITZ]

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