DOSB-Chef Hörmann: „Dinge in Ruhe abwarten“

Eine neue Debatte um Olympische Spiele in Deutschland wird es auch nach dem von Bundespräsident Joachim Gauck wiederholten Wunsch nicht so schnell geben. Das machte Alfons Hörmann, Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB), deutlich.

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Alfons Hörmann ist der Präsident des DOSB. Foto: Felix Kaestle

Eine neue Debatte um Olympische Spiele in Deutschland wird es auch nach dem von Bundespräsident Joachim Gauck wiederholten Wunsch nicht so schnell geben. Das machte Alfons Hörmann, Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB), deutlich.

„Es macht keinen Sinn, jetzt einfach von einer Bewerbung in die nächste zu springen und das Thema wieder aufzugreifen“, sagte Hörmann. Der deutsche Sport habe mit dem gescheiterten Bürgervotum im Hamburg „einmal mehr erkennen müssen“, dass dem Land die Olympia-Reife fehle.

Auch Gauck hatte bei der Ehrung für die Medaillengewinner auf die Widerstände in der Bevölkerung hingewiesen, die es zu überwinden gelte. Das deutsche Staatsoberhaupt sagte aber auch: „Ich könnte mir vorstellen, dass die Deutschen bereit sind, Olympische Spiele wieder einmal nach Deutschland zu holen.“ Trotz eines „hervorragenden Konzepts mit besten Siegchancen für 2024“ (Hörmann) hatten die Hamburger Bürger vor einem Jahr gegen Olympia gestimmt. „Aber wir werden nicht müde, dafür zu arbeiten“, versicherte der Verbandsboss.

„Was die Olympia-Bewerbung betrifft, hat der Bundespräsident ja klar und deutlich gemacht, welche Bedeutung die Spiele für ein Land haben können. Nicht ohne Grund haben wir uns zuletzt mit München und Hamburg viel Mühe gegeben, die Bürger zu überzeugen“, betonte Hörmann. „Aber das ist Geschichte. Jetzt geht es um den Blick nach vorn“, sagte der DOSB-Chef und riet, „die Dinge in Ruhe abzuwarten“. Man müsse sehen, was passiert 2017 in Lima, wenn 2024 vergeben wird: „Dann werden die Karten wie immer auch international neu gemischt.“

Wenn das verloren gegangene Vertrauen zurückgewonnen werden kann, sieht Bundespräsident Gauck „gute Chancen“ für eine neue Olympia-Bewerbung Deutschlands. „Er hat auch schön formuliert, es wird der Tag kommen, dass die Deutschen den Wert der Spiele dann hoffentlich mehrheitlich erkennen, in einer auszuwählenden Region. Genau das ist der Punkt, auf den wir hinarbeiten. Dass wir einfach sagen: Wir müssen das Bewusstsein für die Vorzüge der Spiele wecken“, erklärte Hörmann: Man müsse das Land einfach „olympiareif“ machen. Einen Zeitpunkt könne er nicht nennen. Eine Initiative von Nordrhein-Westfalen mit Blick auf eine mögliche Olympia-Bewerbung für 2028 will der DOSB vorerst nicht unterstützen.

Hörmann sieht den deutschen Sport auch in wesentlichen anderen Punkten wie dem Anti-Doping-Kampf mit Gaucks Vorstellungen unisono: „Da trennt uns ja kein Blatt Papier. All das, was mit Leistungsmanipulation zu tun hat, lehnen wir ab. Wir haben in Rio, davor und danach zigmal betont, Erfolge ja, aber nicht um jeden Preis.“ Das hatten auch die Olympia-Reiterin Ingrid Klimke und Paralympics-Sieger Markus Rehm nach der Verleihung des Goldenen Lorbeerblattes in Berlin unterstrichen.

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